Sprachfamilien

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Legende Niger-Kongo Nilo-saharanisch Indogermanisch Austronesische Sprachen Australische Sprachen Turrksprachen Turksprachen Sinotibetische Sprachen Indogermanisch Indien Mongolische Sprachen Tai-Kadai Afroasiatisch Afroasiatisch Uralisch Uralisch Uralisch Papua-Sprachen Mandschu-tungusisch Mandschu-tungusisch

Was ist eine Sprachfamilie?

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Karte Sprachfamilien Popup

Karte Australiens












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Sprachfamilien – Überblick

Insgesamt existieren heute weltweit etwa 200 Sprachfamilien bzw. isolierte Sprachen, weitere 100 ausgestorbene Einheiten sind bekannt. Darunter gibt es 24 Sprachfamilien und eine isolierte Sprache (Koreanisch) mit mindestens einer Million Sprechern. Über 99,5 % der Menschheit sprechen eine Sprache, die zu einer dieser 25 sprecherreichsten Spracheinheiten gehört. In der nachfolgenden Tabelle können die Sprachfamilien nach verschiedenen Kriterien, mit † auch nach ausgestorbenen Sprachen, sortiert werden


Natürliche Sprachen - Umgangssprachen

Aktuell zählt man - je nach Quelle - auf der Welt um die 7000 Sprachen, wobei etwa die Hälfte der Erdbevölkerung eine der 10 meistgesprochenen Sprachen spricht! Das war im Verlauf der Menschheitsgeschichte durchaus anders, wie nachfolgende Übersicht zeigt:

Anzal Sprachen

Jahr Anzahl Sprachen
10000 v. Chr. 20 000 Sprachen
1000 n. Chr. 9000 Sprachen
1500 n. Chr. 7500 Sprachen
2000 6500 Sprachen
2050 4500 Sprachen
2100 3000 Sprachen
2200 100 Sprachen

Der vorliegende Übersichtsartikel über die Sprachfamilien der Welt behandelt einleitend die Problematik der Sprachidentifikation und Sprachenzählung. Es folgt eine Zusammenstellung der Sprachfamilien mit mindestens einer Million Sprecher. Der dritte Abschnitt bietet einen statistischen Überblick über alle genetischen Spracheinheiten weltweit. Der Hauptteil führt zu jedem Kontinent sämtliche heute bekannten Sprachfamilien und isolierten Sprachen mit der Anzahl ihrer Sprachen und Sprecher und ihren Hauptverbreitungsgebieten auf.
Weltweit gibt es heute etwa 6500 Sprachen, die sich in fast 300 genetische Einheiten – 180 eigentliche Sprachfamilien mit mehr als einer Sprache und 120 isolierte Sprachen – einteilen lassen.
Eine Sprache ist entweder isoliert – das heisst, es gibt keine mit ihr genetisch verwandte Sprache – oder sie lässt sich einer bestimmten Sprachfamilie zuordnen, einer Gruppe genetisch verwandter Sprachen, die von einer gemeinsamen Vorgängersprache – auch Ursprache oder Protosprache – abstammen.

Sprachfamilien der Welt auf Wikipedia


Die grössten Sprachfamilien der Welt


Übersicht der Sprachfamilien auf Ethnologue.

Bedrohte Sprachen

Vom Aussterben bedroht «Ouma Katrina» ist der letzte Mensch, der N|uu spricht – wie sie mit Schweizer Hilfe ihre Sprache retten will
«Ouma Katrina» ist der letzte Mensch, der N|uu spricht
The Sounds of Nǀuu: Place and Airstream Contrasts
N|uu Sprachfamilie: Khoisansprachen, Tuu languages https://en.wikipedia.org/wiki/Language_family#/media/File:Primary_Human_Languages_Improved_Version.png












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Index Familie bekannt lebendig Sprecherzahl Gebiet
1Indogermanisch2802203000000000Europa, Südwest- und Südasien; heute weltweit
2Sinotibetisch3433351288000000China, Himalaya-Region, Südostasien
3Niger-Kongo13861364354000000West-, Zentral- und Südafrika
4Afroasiatisch354311347000000Nordafrika, Naher Osten
5Austronesisch11441119296000000Taiwan, Philippinen, Indonesien, Madagaskar, Pazifischer Ozean
6Dravidisch2727220000000Süd- und Zentral-Indien, Nord-Indien, Pakistan
7Turkisch4137180000000West- und Zentralasien, Osteuropa, Nordost-Sibirien
8Japanisch-Ryūkyū44126000000Japan, Okinawa
9Austroasiatisch15715695000000Nordost-Indien, Südostasien
10Tai-Kadai696883000000Süd-China, Südostasien
11Tai-Kadai1178000000Korea
12Nilo-saharanisch19618834000000Afrika: Süd-Sahara-Zone, Sudan
13Uralisch312824000000Nordosteuropa, Ungarn, Ural-Gebiet, Westsibirien
14Quechua393810000000Peru, Ecuador, Kolumbien, Bolivien, Argentinien
15Mongolisch14147500000Mongolei, Nord-China; Burjatien, Kalmückien
16Hmong-Mien (Miao-Yao)21216300000Süd-China, nördl. Südostasien
17Tupí74605300000Paraguay, Bolivien, Brasilien
18Kartwelisch445000000Georgien; auch Türkei
19Maya33314200000Mexiko, Guatemala, auch Belize
20Trans-Neuguinea5335303200000Neuguinea; Timor, Alor, Pantar
21Nachisch-Dagestanisch29293000000Russland: Tschetschenien, Inguschetien, Dagestan
22Aymara (Aru)332200000Bolivien, Peru, Chile, Argentinien
23Oto-Mangue21192000000Mexiko, auch Nicaragua, Costa Rica
24Uto-aztekisch32221600000West-USA, Nordwest- und Zentral-Mexiko
25Abchasisch-Adygisch541100000Georgien: Abchasien, Russland: Adygeja, Kabardien
Baskisch11800000Baskenland: NO-Spanien, SW-Frankreich (Pyrenäengebiet)
Westpapua2525310000Halmahera; Papua Barat: Vogelkop
Sepik-Ramu102102235000Nordwest- u. Nord-Zentral-Papua-Neuguinea
Ostpapua3633120000Neubritannien, Bougainville; Salomonen
Burushaski11100000Nord-Pakistan: Hunzatal und Yasintal im Karakorumgebirge
Torricelli474795000Nordwestliches Papua-Neuguinea
Tungusisch121175000Russland: Ostsibirien; Mandschurei
East Bird’s Head3340000Papua: Vogelkop-Halbinsel
Geelvink Bay333322000Papua: Geelvink Bay, Yapen-Insel
Tschuktscho- kamtschadalisch5514000Russland: Tschuktschen-Halbinsel, Kamtschatka
Sko777000Grenzgebiet Papua-Neuguinea – Papua (Indonesien)
Kwomtari-Baibai664000Papua-Neuguinea: West-Sepik
Left May (Arai)772500Nordwest-Papua-Neuguinea
Nahali (Kalto)112000Indien: Maharashtra (Nimar District)
Karkar-Yuri111100Papua-Neuguinea: West-Sepik
Kibiri111100Papua-Neuguinea: Gulf, Aird Hills
Jenisseisch61800Russland: Zentralsibirien (Jenissei-Gebiet)
Lower Mamberamo22800Papua: Mamberamo River
Niwchisch (Giljakisch)11700Russland: Sachalin, Amur
Yale11600Papua-Neuguinea: West-Sepik
Andamanisch134500 Indien: Andamanen
Amto-Musan-Sprachen22300Papua-Neuguinea: Ober-Sepik
Burmeso11300Papua: Lake Holmes
Busa11300Papua-Neuguinea: West-Sepik
Jukagirisch31200Russland: Nordostsibirien
Ainu111 fast ausgestorbenRussland: Sachalin/ Japan: Hokkaido
Kusunda111 fast ausgestorbenNepal: Tanhun District
Tyrsenisch †300 ausgestorbenEtrurien, Rätien, Lemnos
Hattisch †100 ausgestobenZentralanatolien
Hurro-Urartäisch†200 ausgestobenOstanatolien, Nordsyrien
Sumerisch †100 ausgestobenSüd-Mesopotamien
Elamisch †100 ausgestobenIran: Südwest
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Weltsprachen – Was gehört weshalb dazu?

Top-100-Sprachen nach Muttersprachlern als Anteil an der Weltbevölkerung. Mit Maus oben übers Bild, um Zoominhalt unten zu sehen.

https://www.weltsprachen.cc/
https://www.ethnologue.com/guides/most-spoken-languages
What are the top 200 most spoken languages?
https://www.ethnologue.com/guides/ethnologue200
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_meistgesprochenen_Sprachen

Als Weltsprache oder internationale Verkehrssprache wird eine natürliche Sprache bezeichnet, die als Verkehrssprache weit über ihr ursprüngliches Sprachgebiet hinaus Bedeutung erlangt hat. Wikipedia

 


Wenn diese Samen besser aussähen, könnten wir sie neben der Hecke aussäen.
Um diese Zeit blühte alles wild und bunt, und auch der Kirschbaum stand in voller Blüte.
https://sites.unimi.it/austheod/FC_DEUTSCHE_HOMOPHONE.htm
Homophonie

«Weltsprachen» werden Sprachen genannt, die von mehr als 100 Millionen Menschen gesprochen werden, und zwar als Muttersprache und in anderen Ländern erlernte Sprache.

https://de.wikipedia.org
https://de.wikipedia.org
Englisch - die meistgesprochene Weltsprache
Englisch
Chinesisch - die Weltsprache mit den meisten Muttersprachlern
Chinesisch
Hindi/Indisch - die Weltsprache vom indischen Subkontinent
Indisch
Spanisch - die Weltsprache aus Lateinametika und Spanien
Spanisch
Französisch - die Weltsprache aus unserem Nachbarland
Französisch
Arabisch - die Weltsprache aus dem Orient
Arabisch
Russisch - die Weltsprache aus Osteuropa
Russisch
Portugiesisch - die Weltsprache aus Brasilien und Portugal
Portugiesisch
Bengali/Bengalisch - die Weltsprache aus Bangladesch und Ost-Indien
Bengalisch
Weltsprache Deutsch - interessante Fakten über unsere Sprache
Deutsch
Japanisch - die Weltsprache aus dem fernen Osten
Japanisch
Die Weltsprache Koreanisch
Koreanisch

Woher weiß man eigentlich... ... wie viele Sprachen es gibt? Ausgesprochen schwierig, diese Frage. Und eine exakte Antwort gibt es nicht. Sicher ist: Wenn Sprachwissenschaftler auf ihren Reisen eine bislang unbekannte Sprechweise entdecken, tragen sie diese in einen Katalog ein. Im bekanntesten, dem "Ethnologue", stehen momentan 6909 lebende Sprachen. Aber: "Die Zahl ist wahrscheinlich etwas übertrieben", sagt der Leipziger Sprachwissenschaftler Martin Haspelmath. Bisweilen fällt es nämlich auch den Forschern schwer zu entscheiden, ob es sich bei einer Sprechweise um eine richtige Sprache oder nur um einen Dialekt handelt. Darum schwanken die Angaben, wie viele Sprachen es gibt, zwischen 4000 und 8000. Übrigens: Etliche Sprachen sterben aus, weil vor allem jüngere Menschen sie nicht mehr sprechen. Martin Haspelmath kann sich gar vorstellen, dass um das Jahr 2100 nur noch die Hälfte aller jetzigen Sprachen existiert - wie viele das auch immer sein mögen...

WELTSPRACHEN — RANGLISTE:

Weltsprache Muttersprachler Sprecher insgesamt Internationale Bedeutung
1. Englisch 375 Mio. 1500 Mio. Weltsprache Englisch
2. Chinesisch 982 Mio. 1100 Mio. Weltsprache Chinesisch
3. Hindi 460 Mio. 650 Mio. Weltsprache Indisch (Hindi)
4. Spanisch 330 Mio. 420 Mio. Weltsprache Spanisch
5. Französisch 79 Mio. 370 Mio. Weltsprache Französisch
6. Arabisch 206 Mio. 300 Mio. Weltsprache Arabisch
7. Russisch 165 Mio. 275 Mio. Weltsprache Russisch
8. Portugiesisch 216 Mio. 235 Mio. Weltsprache Portugiesisch
9. Bengalisch 215 Mio. 233 Mio. Weltsprache Bengalisch (Bengali)
10. Deutsch 105 Mio 185 Mio. Weltsprache Deutsch
11. Japanisch 127 Mio. 128 Mio. Weltsprache Japanisch
12. Koreanisch 78 Mio. 78 Mio. Weltsprache Koreanisch

Gemäss dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gibt es weltweit zwischen 6500 und 7000 verschiedene Sprachen. Allein schon die sieben Millionen Einwohner des pazifischen Inselstaates Papua-Neuguinea sprechen über 800. Der Grund für diese hohe Sprachenvielfalt liegt in der Tradition einzelner Dörfer und Gemeinschaften, die sich durch eigene Sprachen identifizieren, wie Linguisten vermuten. Doch Sprachen sterben aus: Experten schätzen, dass die Menschheit vor über 10‘000 Jahren weltweit noch etwa 20‘000 Sprachen kannte. Bis ins Jahr 2200 dürften es noch 100 sein. Ein Grund ist, dass kleine Sprachgemeinschaften aufgrund von Vertreibungen, Völkermord oder Naturkatastrophen aussterben. Zudem geben viele Menschen ihre lokale Sprache auf und übernehmen eine nationale Sprache, um sich landesweit verständigen zu können. Die Muttersprache reichen sie somit nicht an die nächste Generation weiter. Eine Sprache, die erst kürzlich verschwand, war «Bo». Sie war eine von zehn, die von einem Volk auf den Andamanen – einer Inselgruppe im indischen Ozean – gesprochen wurde. Boa Sr, die letzte Frau, die «Bo» gesprochen hatte, starb im Jahr 2010 – und mit ihr die Sprache.

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Japanische Sprache

Japanisch ist die Amtssprache Japans, wird von geschätzten 127 Millionen Muttersprachlern (99 % der Bevölkerung Japans) gesprochen und gehört linguistisch zur Sprachfamilie der Japanisch-Ryūkyū-Sprachen. Japanisch-Ryūkyū ist eine kleine Sprachfamilie, die sich aus dem modernen Japanisch und den fünf Ryūkyū-Sprachen zusammensetzt, die auf den Ryūkyū-Inseln – vor allem Okinawa – von rund einer Million Menschen gesprochen werden.
Die grösseren japanischen Sprechergruppen ausserhalb Japans, zum Beispiel in Brasilien und den USA, sind Nachfahren japanischer Emigranten.
Historisch betrachtet wird Japanisch mit hoher Wahrscheinlichkeit den sogenannten altaischen Sprachen zugwiesen.

Erfahrungen nicht zuletzt durch Übersetzungsarbeiten zeigen, dass kaum eine andere Sprache so eng mit der Kultur(geschichte) des Landes verbunden wie Japanisch. Japanisch ist eine linksverzweigte Sprache, in der Modifikatoren in der Regel den Substantiven vorausgehen (z.B. «die am Schalter steht, die Frau»).
Japanisch agglutiniert, d.h. alle relevanten Endungen werden an das Verbende angefügt. Das Verb kann damit sehr lang werden! Beispiel: au (会う, treffen) wird zu aitakunakattara (会いたくなかったら, «Wenn ich sie/ihn nicht treffen wollte». Die japanische Satzstruktur ist somit zumeist gänzlich anders als die der indogermanischen Sprachen.
Eine weitere Kostprobe: 私はあなたが好きです – Watashi ha anata ga suki desu
Wort-für-Wort-Übersetzung: Ich – Subjektpartikel – Du – Partikel zur Objektbestimmung – gern – Höflichkeitsendung. «Was mich betrifft, so hab ich Dich gern» – respektive «Ich mag Dich». Im Japanischen gibt es sehr viele Homonyme, also Wörter gleicher Aussprache, aber unterschiedlicher Bedeutung. Beispiel: kōkai. Hat über 11 Bedeutungen. Entweder man begreift die richtige Bedeutung aus dem Zusammenhang oder anhand der Schriftzeichen.
Vier Schriftsysteme finden im Japanischen Verwendung:














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Austroasiatische Sprachen

Austroasiatisch – ein Kunstwort aus dem lateinischen australis (=südlich), also «südasiatisch» – sind Sprachen, die einer Sprachfamilie angehören, deren etwa 160 Sprachen von rund 120 Millionen Menschen in Südostasien und Nordostindien gesprochen werden. Nur zwei haben den Status einer Nationalsprache: das Vietnamesische (84 Mio.) und das Khmer (Kambodschanisch 16 Mio.). Santali (7 Mio.), Mundari (2 Mio.), Ho (2 Mio.), Khasi (2 Mio.), Muong (3 Mio.) und Mon (1 Mio.) erreichen bzw. überschreiten ebenfalls die Millionen-Sprecher-Grenze. Zur austroasiatischen Sprachfamilie gehören auch kleine und kleinste Sprachen in abgelegenen Gebieten, die kaum von mehr als 1000 Menschen gesprochen werden.
Von einigen Linguisten wird die These vertreten, dass die austroasiatischen Sprachen mit den austronesichen Sprachen verwandt sind und dass sie mit diesen zusammen eine austrische Überfamilie bilden.












Uralische Sprachen

Die uralischen Sprachen bilden eine Sprachfamilie von etwa 30 Sprachen, die von rund 25 Mio. Menschen gesprochen werden. Das Ausbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile des nördlichen Eurasiens von Skandinavien bis über den Ural auf die Taimyr-Halbinsel.
Das Uralische zerfällt in zwei Hauptzweige, die sich vermutlich vor 6000 Jahren getrennt haben:
  • den grösseren westlichen Zweig Finno-Ugrisch mit heute über 99 % der uralischen Sprecher und insgesamt 24 Sprachen Anmerkung
  • den kleineren nördlich und östlich des Urals beheimateten Zweig des Samojedischen mit noch vier lebenden Sprachen, die von nur noch höchstens 30000 Menschen in riesigen dünn besiedelten Gebieten Nordsibiriens gesprochen werden.

  • Die Wissenschaft von den uralischen Sprachen und der damit verbundenen Kultur heisst Uralistik oder – bei der Beschränkung auf einen der beiden Hauptzweige des Uralischen – Finnougristik und Samojedistik.

    Das Uralische und ihre (Ur)heimat

    Zur Herkunft, Genealogie, Urheimat des Uralischen gibt es diverse Studien mit unterschiedlichen Ansätzen und Resultaten. Peter S. Piispanen von der Universität Stockholm legte 2012 eine Studie in Bezug auf die moderne und alte finnische Sprachgeschichte sowie die uralische und vergleichende Linguistik – mit Schwerpunkt auf Lexikon, Klangveränderungen, Datierung, Sprachkontaktsituationen, Archäologie und Genetik – vor.
    Juha Janhunen sieht die Urheimat der uralischen Sprachen entlang des Jenissei-Flusses nahe dem Baikalsee beziehungsweise dem Sajangebirge, an der Grenze zwischen Russland und der Mongolei.
    Laut einer genetischen, archäologischen sowie linguistischen Studie aus dem Jahr 2019, haben das Uralische beziehungsweise die frühen Sprecher der uralischen Sprachen einen Ursprung im östlichen Sibirien. Ein Teil dieser sei vor mehr als 2500 Jahren in die heutige Baltische Region in Europa gewandert. Ein anderer Teil verblieb in Sibirien und Zentralasien. Später folgte die Wanderbewegung der Magyaren von Zentralasien aus ins mittlere Europa.

    Älteste Belege und Schriftsprachen

    Das Ungarische ist die uralische Sprache mit den ältesten schriftlichen Belegen. Nach ersten verstreuten Einzelwörtern in anderssprachigen Texten ist eine Leichenrede aus dem Ende des 12. Jahrhunderts der früheste Textbeleg. Er besteht aus 38 Zeilen und hat einen Umfang von 190 Wörtern.
    Mit Maus oben übers Bild, um Zoominhalt unten zu sehen.

    Bild


    Es folgt um 1300 eine altungarische Marienklage, eine künstlerisch wertvolle Nachdichtung eines lateinischen Textes, gewissermassen das erste ungarische Gedicht. Bild



    Das älteste karelische Sprachdenkmal stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist ein sehr kurzer auf Birkenrinde geschriebener Text. Altpermisch, eine frühe Form des Komi, erhielt im 14. Jahrhundert durch den Missionar Stefan von Perm mit der altpermischen Schrift ein eigenes Alphabet, das auf dem griechischen und kyrillischen Alphabet basiert.
    Das älteste estnische Buch wurde 1525 gedruckt, blieb aber nicht erhalten; der erste erhaltene estnische Text sind 11 Seiten eines 1535 gedruckten religiösen Kalenders.

    Bild



    Die finnische Literatur beginnt 1544 mit den Rukouskirja Bibliasta des Mikael Agricola, 1548 folgt seine Übersetzung des Neuen Testaments. Die ältesten samischen Texte stammen aus dem 17. Jahrhundert.
    Ausser den erwähnten Sprachen mit relativ frühen Sprachdenkmälern haben inzwischen fast alle uralischen Sprachen eine schriftliche Form gefunden, wenn auch eine eigentliche literarische Produktion nur bei den grösseren Sprachen stattgefunden hat. Die uralischen Sprachen in Russland benutzen geeignete Modifikationen des kyrillischen Alphabets, die westlichen Sprachen das lateinische Schriftsystem.


    Typologische Merkmale des Uralischen

    Trotz vieler Ungeklärtheiten sind der grossen Sprannbreite sind einige typologische Eigenschaften der uralischen Sprachen auszumachen: eine reiche agglutinative Morphologie mit monosemantischen Suffixen, insbesondere ein reichhaltiges Kasus-System mit bis zu 20 «Fällen», Wortstellung SOV (in den westlichen uralischen Sprachen durch Fremdeinfluss oft SVO), Negation durch ein flektierbares Hilfsverb, ursprünglich eine geringe Neigung zur Numerus-Markierung, Vokalreichtum, Vokalharmonie und Konsonantenstufung. Zu den ausführlichen Erläuterungen.













    Eskimo-alëutische Sprachen

    Die eskimo-alëutischen Sprachen bilden eine kleine Sprachfamilie, deren Idiome von etwa 105000 Menschen in Nordostsibirien, Alaska, Nordkanada und Grönland gesprochen werden.
    Der des öfteren verwendete Begriff Inuit für Eskimovölker und Eskimosprachen ist falsch, da hierbei die Yupikvölker aussen vor bleiben. Überdies ist die früher für pejorativ gehaltene Bezeichnung – sie stammt aus den Algonkin-Sprachen – in Wirklichkeit neutral: sie bedeutet nicht – wie früher angenommen – Rohfleischesser, sondern eher Schneeschuh-Knüpfer.
    Lange ist die Menschheit auch dem Irrtum aufgesessen, dass die eskimo-alëutischen Sprachen zahlreiche Wörter für Schnee hätten. Das Gerücht wurde 1940 von Benjamin Lee Whorf in die Welt gesetzt (Science and Linguistics. In: Technology Review. (MIT). Band 42, Nr. 6, 1940, S. 229–231, 247–248 (zitiert in Pullum, Natural Language and Linguistic Theory 1989, S. 275–281, darin S. 276f): «We have the same word for falling snow, snow on the ground, snow packed hard like ice, slushy snow, wind-driven flying snow – whatever the situation may be. To an Eskimo, this all-inclusive word would be almost unthinkable; he would say that falling snow, slushy snow, and so on, are sensuously and operationally different, different things to contend with; he uses different words for them and for other kinds of snow.» Diese Angaben wurden von Anderen – auch in reputablen Publikationen wie den Wissenschaftsseiten der New York Times – offenbar ungeprüft übernommen und um frei geschätzte Zahlenangaben ergänzt, was gleichermassen weiter zitiert wurde. Zuweilen war von «vier Dutzend», «hundert», «zweihundert» oder gar «vierhundert» verschiedenen angeblich vorhandenen Wortstämmen zu lesen. Tatsächlich gibt es beispielsweise im Westgrönländischen nur zwei Wörter für Schnee: qanik «Schnee in der Luft, Schneeflocke» und aput «Schnee auf dem Boden». Siehe auch The Great Eskimo Vocabulary Hoax.

    Klassifikation der Eskimosprachen und des Alëutischen

    Nach der aktuellen Literatur (u. a. Campbell 1997, Mithun 1999, Holst 2005 sowie Jan Henrik Holsts Buchvorstellung) lassen sich die sechs Eskimosprachen und das Alëutische wie folgt klassifizieren:
  • Eskimo-Alëutisch
    • EskimoElke Nowak: Einführung ins Inuktitut 2002
      • Inuit oder Inupiaq-Inuktitut oder auch Eastern Eskimo
        • Inuktitut (Inupiaq-Inuktitut) (86.000)
          Dialektgruppen: Imaklik (Sibirien), Inupiaq oder Inupiatun (Nord-Alaska, 10000), Siglitun (West-Kanada, 4.000), Inuinnaqtun, Inuktitut (Ost-Kanada, 14000), Inuktun (Nordgrönland), Grönländisch oder Kalaallisut (Grönland, 58000)
      • Yupik oder Western Eskimo
        • Alaska-Yupik
          • Zentral-Alaska-Yupik (17.000)
            Dialekte: General Central Yupik inkl. Yukon-Kuskokwim, Egegik, Hooper-Bay-Chevak, Nunivak, Norton Sound
          • Pazifik-Golf-Yupik (Alutiiq, Suk, Sugpiaq) (100)
            Dialekte: Chugach, Koniag
        • Sibirisch-Yupik oder Yuit
          • Chaplino-Naukan
            • Chaplino (Zentral-Sibirisch-Yupik) (1.100)
              Dialekte: Chaplinski, St Lawrence Island
            • Naukan (Naukanski) (75)
          • Sirenik
            • Sirenik (Sirenikski) † seit 1997 ausgestorben
    • Alëutisch
      • Alëutisch (Unangan) (500, ethnisch 2000)
        Dialekte: West = Attuan = Atkan, Ost = Unalaska

  • Eskimo-Alëutisch bei WALS












    Mandschu-tungusische Sprachen

    Die Mandschu-tungusischen Sprachen(auch: tungusischen) Sprachen sind eine Sprachfamilie von 12 relativ eng verwandten Sprachen, die von etwa 75000 Sprechern in Nord-China, ostsibirischen Gebieten Russlands und Teilen der Mongolei gesprochen werden.
    Die meisten Linguisten gehen davon aus, dass die Tungusischen Sprachen ihren Ursprung im nordöstlichen China haben. So wird mitunter die Mandschurei beziehungsweise der Amur Fluss als Urheimat des Tungusischen lokalisiert. Manche wiederum vermuten die Urheimat südöstlich des Baikalsees.
    Die tungusischen Sprachen werden oft in einen genetischen Zusammenhang mit den mongolischen und turkischen Sprachen gebracht und mit diesen als altaische Sprachfamilie zusammengefasst. Die typologischen und lexikalischen Übereinstimmungen – im geringeren Umfang auch mit dem Koreanischen, Japanischen und mit einigen paläosibirischen Sprachen – sind jedoch auch durch gegenseitigen Sprachkontakt zu erklären. Anhand lexikalischer und grammatischer Untersuchungen lassen sich die tungusischen Sprachen in die drei Gruppen Nord-Tungusisch (eigentlich Tungusisch), Südost-Tungusisch (Amur-Sprachen) und Südwest-Tungusisch (Mandschu-Sprachen) einteilen. Genauere Untersuchungen zeigten zudem, dass die beiden letzteren Gruppen enger verwandt sind. Insgesamt ergibt sich folgende Klassifikation:
    • Nord-Tungusisch
    • Süd-Tungusisch
      • Südost (Amur-Gruppe)
        • Nanaiisch
          • Nanaiisch (Goldisch, Hezhenisch) (6000, ethnisch 12000)
          • Kili (an Kur und Urmi)
          • Ultschisch (Oltschisch) (1000, ethnisch 3000)
          • Orokisch (Uilta) (100)
        • Udeheisch
          • Udeheisch (Udigheisch, Udigeisch, Qiakalanisch) (100, ethnisch 1000)
          • Orotschisch (100, ethnisch 1.600)
      • Südwest (Mandschu)
        • Mandschurisch (100, ethnisch 10 Mio.) (Muttersprache der chinesischen Kaiser der Mandschu-Dynastie)
        • Xibenisch (Sibenisch, Xibo, Sibo, Sibe-Mandschurisch) (30000, ethnisch 170000)
        • Jurchenisch (Juchenisch, Ruzhenisch, Nuchen, Nüzhen) † (früher von den Ruzhen gesprochen)
    Typologische Charakteristika der tungusischen Sprachen sind:
    • Mittelgrosse Phoneminventare, einfache Silbenstruktur, kaum Konsonantencluster.
    • Vokalharmonie zwischen letztem Vokal des Stamms und folgendem Suffix, die auf verschiedenen Vokaloppositionen beruht.
    • Eine weitgehend agglutinative Wortbildung und Flexion, und zwar nahezu ausschliesslich durch Suffixe. Jedes Morphem hat eine spezifische Bedeutung und grammatische Funktion und ist – abgesehen von den Erfordernissen der Vokalharmonie – unveränderlich. Es gibt in den tungusischen Sprachen aber auch Ansätze von periphrastischen Bildungen (Flexion mit Hilfswörtern).
    • Bei der Nominalbildung gilt die Markerfolge PLURAL – KASUS – POSSESSIVUM, abweichend vom Turkischen und Mongolischen, vergleichbar mit dem Finnischen.
    • Adjektive werden nicht flektiert, sie zeigen keine Konkordanz mit ihrem Bestimmungswort.
    • Es gibt keine Artikel.
    • Es gibt kein grammatisches Geschlecht.
    • Ebenso wie die mongolischen Sprachen besitzen auch die tungusischen das Konzept der Konverben, die als Ersatz für Nebensatzkonstruktionen verwendet werden. Generell werden Nebensätze nominalisiert und in den Hauptsatz als Satzteil eingebaut.
    • Die normale Satzfolge ist SOV (Subjekt-Objekt-Verb).

    https://dewiki.de/Lexikon/Tungusische_Sprachen













    Turksprachen

    Die Turksprachen IPA: [ˈtʊʁkˌʃpʁaːxə] sind eine in Eurasien weit verbreitete Sprachfamilie von rund 40 relativ nah verwandten Sprachen mit etwa 180 bis 200 Mio. Sprechern. Die Turksprachen sind eine Sprachfamilie innerhalb der Altaisprachen bzw. altaischen Sprachen.
    Die Turksprachen sind vor allem in Ost-Sibirien, Zentralasien und in Anatolien verbreitet, dazu kommen unzählige Sprachinseln in Europa und Asien. Einige Turksprachen sind sehr gross und weit verbreitet wie
    • Türkisch – 70 - 80 Mio.
    • Aserbaidschanisch – 30 Mio
    • Usbekisch – 24 Mio
    • Kasachisch – 11 Mio
    • Uigurische – 8 Mio
    • Turkmenisch – 7 Mio
    • Tatarisch – 5,5 Mio
    • Kirgisisch – 4,5 Mio
    • Tschuwaschisch – 1,8 Mio
    • Baschkirisch – 1,8 Mio
    • Republik Baschkirien
    • Kaschgaisch – 1,5 Mio
    Andere Sprachen dieser Sprachfamilie haben nur wenige tausend Sprecher, dies gilt vor allem für kleinere Vertreter in Nordost-Asien.
    Das herausragende Kennzeichen der Turksprachen ist ihr agglutinierender Sprachbau. Mehr noch als andere Sprachen und Sprachfamilien zeichnen sich die Turksprachen durch eine grosse Ähnlichkeit untereinander aus. So weit diese Sprachen geographisch auch auseinander liegen, so ähnlich ist dennoch ihr Vokabular.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Turksprachen
    Wikipedia
    Karte
    Von einigen Linguisten wird die These vertreten, dass die austroasiatischen Sprachen mit den austronesichen Sprachen verwandt sind und dass sie mit diesen zusammen eine austrische Überfamilie bilden.












    Drawidische Sprachen

    Südasien, das von Afghanistan im Westen bis Bangladesch im Osten reicht, beherbergt mindestens 600 Sprachen, die zu sechs grossen Sprachfamilien gehören, unter ihnen Indoeuropäisch, Sinotibetisch und eben Dravidisch. Drawidisch IPA: [dʁaˈviːdɪʃə ˈʃpʁaːxə] ist eine Sprachfamilie mit 27 Sprachen (oder bis zu 80 Sprachvarietäten, wenn Dialekte als eigene Sprache gezählt werden), die von 220 Millionen Menschen vor allem in Süd- und Zentralindien gesprochen werden. Ihre vier grössten Sprachen – Kannada, Malayalam, Tamil und Telugu – haben jahrhundertealte literarische Traditionen, von denen die des Tamil am weitesten zurückreicht. Zusammen mit Sanskrit ist Tamil eine der klassischen früh verschriftlichten Sprachen der Welt, aber im Gegensatz zum Sanskrit besteht zwischen seinen klassischen und modernen Formen eine stärkere Kontinuität, die durch Inschriften, Gedichte, Lieder und andere weltliche und religiöse Texte dokumentiert ist. Studien zu drawistischen Sprachen im Verhältnis zu Sanskrit reichen weit zurück, dennoch war lange weder der geographische Ursprung der dravidischen Sprachen noch der genaue zeitliche Verlauf ihrer Ausbreitung mit Sicherheit geklärt. Nun besteht Hoffnung. Gemäss computergestützter linguistischer Analysen aus dem Jahr 2018 kann ihr Alter auf etwa 4500 datiert werden.












    Na-Dené-Sprachen

    Na-Dené-Sprachen ist ein Sammelbegriff, den Edward Sapir im Zusammenhang mit Haida, Tlingit und den etwa vierzig athapaskischen Sprachen prägte, zu denen auch die Apache-Sprachen gehören. Sapir folgte den Positionen von Boas und Swanton und betrachtete Na-Dené nach eigenen umfangreichen Untersuchungen als genetische Einheit. Seit 1980 wird die genetische Verwandtschaft des Haida mit den anderen Sprachen dieser Gruppe von der Mehrheit der Forscher verneint, so dass Na-Dené im engeren Sinne nur noch Tlingit, Eyak und Athapaskisch umfasst und oft auch als Tlingit-Eyak-Athapaskisch bezeichnet wird.
    Bei den Na-Dené-Sprachen handelt es sich meist um flektierende Tonsprachen und somit erwecken sie den Anschein, dass sie die einzige indianische Sprachfamilie seien, bei der es Anzeichen für eventuelle genetische Beziehungen nach ausserhalb Amerikas gäbe (z.B. zu den sinotibetischen Sprachen). Als die einzige indianische Sprachfamilie werden die Na-Dené-Sprachen von Joseph Greenberg als nicht zum Amerindischen (Indianersprachen) gezählt. Was in der Völkerkunde allgemein als der Stamm der Athapasken bezeichnet wird, ist im Grunde genommen nur eine einzelne Dialektgruppe. Nach dem Unterstamm der Athabaska wurde die gesamte Sprachfamilie mit diesem Namen bezeichnet. Greenberg teilte die indigenen amerikanischen Sprachen in nur drei Sprachfamilien ein:
    • Eskimo-aleutisch
    • Na-Dené (das nach Greenberg Tlingit, Haida, Eyak und die athapaskischen Sprachen umfasst)
    • Amerindisch (der gesamte Rest aller indigenen amerikanischen Sprachen)
    Die Liste der ISO-639-5-Codes stellt die hierarchische Gliederung und Abhängigkeit von Sprachfamilien dar und erlaubt damit die Strukturierung der Codes aus den Teilnormen 1–3. Am Beispiel der [apa] Apache-Sprachen sieht man in der Spalte Hierarchie, dass diese zu den [ath] athapaskischen Sprachen gehören; diese wiederum gehören zu den [xnd] Na-Dené-Sprachen, die ein Teil der [nai] nordamerikanischen indigenen Sprachen sind.













    Sinotibetische Sprachen

    Die sinotibetischen Sprachen bilden mit rund 1,3 Milliarden Sprechern die zweitgrösste Sprachfamilie der Erde. Die insgesamt etwa 340 Sprachen werden in China, dem Himalaya-Gebiet und Südostasien gesprochen. Sie teilen sich nach Meinung der meisten Forscher in die beiden Hauptzweige Sinitisch («Chinesische Sprachen», acht Sprachen mit 1,22 Milliarden Sprechern) und Tibetobirmanisch (330 Sprachen mit 70 Millionen Sprechern) auf.
    Obwohl die Sinotibetische wie auch die Indogermanische Sprachfamilie seit Anfang des 19. Jahrhunderts untersucht wird, ist über erstere erstaunlich wenig bekannt. Wie in der Geschichte der Klassifikation dargestellt, wurden zunächst die Tai-Kadai- und Hmong-Mien-Sprachen sowie das Vietnamesische mit dem Sinotibetischen in eine nähere Beziehung gesetzt. Seit den 1950er Jahren (infolge der Arbeiten von Paul K. Benedict) werden die Gemeinsamkeiten des Sinotibetischen mit diesen Sprachfamilien auf langzeitige areale Kontakte zurückgeführt, ein genetischer Zusammenhang scheint nach dem heutigen Forschungsstand ausgeschlossen.
    Paul K. Benedict, Graham Thurgood, and James A. Matisoff, and David Bradley (eds.). 1985. Linguistics of the Sino-Tibetan area: the state of the art: papers presented to Paul K. Benedict for his 71st birthday. Canberra: Pacific Linguistics.
    Seit etwa 1920 gab es seitens des Amerikanisten Edward Sapir und einiger seiner Schüler die Theorie einer genetischen Verwandtschaft des Sinotibetischen mit den nordamerikanischen Na-Dené-Sprachen. Sapir war von einer genetischen Verwandtschaft der Na-Dené-Sprachen mit dem Sinotibetischen überzeugt. In einem Brief an den Amerikanisten Alfred Kroeber schrieb er 1921: «If the morphological and lexical accord which I find on every hand between Nadene and Indo-Chinese (gemeint ist Sinotibetisch) is accidential, then every analogy on God’s earth is an accident.»
    Eine interdisziplinäre, in PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America) veröffentlichte Studie, die von Wissenschaftlern des Centre des Recherches sur l’Asie Orientale (Paris), des Jenaer Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte, und des Centre de Recherches en Mathématiques de la Décision (Paris) geleitet wurde, wirft nun neues Licht auf den Ort und die Zeit der Entstehung dieser Sprachen. Aufgrund einer phylogenetischen Analyse der sinotibetischen Sprachfamilie, die sowohl archaische als auch moderne Sprachen wie Chinesisch, Tibetisch und Burmesisch umfasst, kommt das Forschungsteam zu dem Ergebnis, dass die sinotibetischen Sprachen zuerst von Hirsebauern gesprochen wurden, die vor 7200 Jahren in Nordchina lebten. Und demnach mit frühen neolithischen Kulturen wie der späten Cishan- und der frühen Yangshao-Kultur verbunden waren.
    Neue Erkenntnisse zum Ursprung der sinotibetischen Sprachen.
    Übersicht der Sprachfamilien auf Ethnologue.
    M.A.K. Halliday , Begründer der systemisch-funktionalen Linguistik, schrieb seine Dissertation über die Sprache der chinesischen Übersetzung der «Geheimen Geschichte der Mongolen».












    Nilo-saharanische Sprachen

    Die Nilo-saharanischen Sprachen bilden mit rund 35 Millionen Sprechern eine afrikanische Sprachfamilie. Die insgesamt etwa 200 Sprachen erstrecken sich über mehr als ein Dutzend Staaten Nordafrikas: Algerien und Mali im Nordwesten; Benin, Nigeria, Sudan und DR Kongo im Süden sowie von Ägypten bis nach Kenia und Tansania (ohne Somalia) im Osten. Der grösste Teil ihres bedeutendsten Zweigs findet sich im heutigen Sudan.
    Viel stärker als die indogermanischen oder die Niger-Kongo-Sprachen unterscheiden sich laut Experten die nilo-saharischen Sprachen voneinander, obwohl deren Kern – die ostsudanischen Sprachen (einschliesslich der nilotischen und nubischen Sprachen), die zentralsudanischen Sprachen und einige kleinere Gruppen – als genetische Einheit ziemlich unumstritten ist. Aufgrund der Arbeiten von Bender 1997, Ehret 2001 und jener anderer Forscher wird das Konzept der nilosaharanischen Sprachen als genetische Einheit in der Afrikanistik weitgehend akzeptiert.
    https://www.ethnologue.com/subgroups/nilo-saharan
    Bedeutende Sprachen der nilo-saharischen Sprachgruppe sind:
    • Luo oder Dholuo (3,5 bis 4 Millionen Sprecher), welches in Kenia, dem östlichen Uganda und bis nach Tansania gesprochen wird; es ist die Sprache der Luo, Kenias drittgrösstes Volk (nach den Bantu-Völkern Kikuyu und Luhya); der Begriff Luo ist mehrdeutig, da er auch einen Sprachenzweig der nilotischen Sprachen der ostsudanischen Gruppe (Luo-Sprachen) bezeichnet.
    • Kanuri (3,3 bis 6 Millionen Sprecher) ist die Sprache der Kanuri, die von Niger bis in das nordöstliche Nigeria siedeln.
    • Dinka (1,4 bis 2 Millionen Sprecher), gesprochen im südlichen Sudan, die Sprache eines der mächtigsten südsudanesischen Völker (Dinka)
    • Lango (knapp 1 Million Sprecher), gesprochen von einem der bedeutenderen Völker Ugandas (in der Lango-Provinz im Zentrum des Landes)
    • Nuer (805000 Sprecher), die Sprache der Nuer, eines südsudanesischen Volkes
    • Acholi (792000 Sprecher), eine Luo-Sprache, gesprochen von den Acholi, die im Norden Ugandas und im Sudan siedeln; Acholi ist eng verwandt mit Lango.
    • Songhai-Sprachen (740000 Sprecher), deren Sprachgebiet sich weitläufig entlang des Niger-Stromes in Mali und Burkina Faso erstreckt; der angesehenste Dialekt ist der aus dem mythischen Timbuktu, der Hauptstadt des historischen Songhai-Reiches.
    • Fur (502000 Sprecher), als eine der bedeutenderen Sprachen von Darfur (arab. Heimat der Fur) angesehen
    • Nubische Sprache (495000 Sprecher), verbreitet im südlichen Ägypten und im nördlichen Sudan













    Niger-Kongo Sprachen

    Das Verbreitungsgebiet der Niger-Kongo-Sprachen reicht von der Westspitze Afrikas bei Dakar über Mombasa bis Kapstadt. Mit 1400 Sprachen, die sich in viele tausend Dialekte gliedern, bildet Niger-Kongo die sprachenreichste Sprachfamilie der Welt, gefolgt vom Austronesischen mit 1100 und dem Transneuguinea-Phylum mit 550 Sprachen. Nach der Zahl seiner Sprecher (370–400 Millionen) nimmt das Niger-Kongo den dritten Rang nach dem Indogermanischen (2,7 Mrd.) und dem Sinotibetischen(1,3 Mrd.) ein.
    Etwa 45 % der Bevölkerung Afrikas (925 Mio.) sprechen eine Niger-Kongo-Sprache; 70 % aller etwa 2000 afrikanischen Sprachen gehören zur Niger-Kongo-Gruppe, weltweit macht diese Gruppe fast ein Viertel aller Sprachen aus. Die Niger-Kongo-Sprache mit den meisten Sprechern ist das Swahili, das als Verkehrssprache von mehr als 80 Mio. Menschen in Ostafrika gesprochen wird.
    Nachfolgend eine Liste der Niger-Kongo-Sprachen mit mindestens 10 Millionen Sprechern (inklusive der Zweitsprecher), und ihres Verbreitungsgebietes.

    Niger-Kongo-Sprachen mit mindestens 10 Millionen Sprechern
    Sprache Alternativ-Name Sprecherzahl Hauptverbreitungsgebiet
    Swahili Kiswahili 30–40 Mio. Tansania, Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi, Kongo, Mosambik
    Yoruba Yariba 20–30 Mio. Südwest-Nigeria, Benin, Togo
    Fulfulde Ful, Peul 22 Mio. Niger, Burkina Faso, Nigeria, Kamerun, Benin, Togo, Mali
    Igbo Ibo 18 Mio. Südost-Nigeria
    Shona Chishona 11 Mio. Simbabwe, Sambia
    Zulu Isizulu 10 Mio. Südafrika, Lesotho, Eswatini, Malawi
    Nyanja Chichewa 10 Mio. Malawi, Sambia, Mosambik
    Bambara Bamanakan 10 Mio. Mali, Burkina Faso, Gambia, Elfenbeinküste
    Akan Twi-Fante 10 Mio. Ghana, Elfenbeinküste














    Papua-Sprachen

    Papua-Sprachen – Ein mehrdeutiger und oft auch missverständlich gebrauchter Begriff, der verschiedene Bedeutungen umfasst. Hier geht es um Papua als Sammelbegriff für sämtliche nichtaustronesische Sprachen Ozeaniens. Sprachwissenschaftlich bilden die Papuasprachen keine eigene Familie, ihre Gemeinsamkeit besteht lediglich in der Abgrenzung zur austronesischen Sprachfamilie. Papuasprachen werden im grössten Teil Neuguineas und auf den benachbarten Inseln, aber auch im Zentrum und in den Randgebieten des melanesischen Raumes sowie im indonesischen Raum, wie z.B. auf der Insel Alor sowie im Norden der Insel Halmahera von der Papuabevölkerung gesprochen. Bisher sind mehr als 800 Sprachen mit unzähligen Dialekten bekannt, die aber oftmals von nur wenigen hundert Menschen verwendet werden.
    Bei der gegenwärtigen Bevölkerungszahl von ca. 4,8 Mio. ergibt sich ein Durchschnitt von 6.000 Menschen pro Sprache. Manche Sprachen übertreffen diesen Mittelwert wesentlich, viele andere aber sind wegen der geringen Zahl ihrer Träger bereits vom Aussterben bedroht. Viele Sprachen sind nur dem Namen nach, einige nicht einmal mit ihrem Namen, sondern lediglich örtlich festgestellt. Verschiedene Autoren bedienten sich für ein und dieselbe Sprache unterschiedlicher Bezeichnungen, so dass die Identifizierung teilweise recht grosse Schwierigkeiten bereitet.
    Die Papuasprachen weisen in ihrer Morphologie keinerlei austronesische Komponenten auf. Trotz des sehr unterschiedlichen Wortschatzes und der strukturellen Abweichungen wurden in der neueren Zeit sowohl im australischen als auch im indonesischen Teil Neuguineas einige grössere Gruppen von Sprachen in der linguistischen und ethnologischen Literatur aufgestellt, die auch einen genetischen Zusammenhang aufweisen. Auch wurden in jüngerer Zeit detaillierte Sprachenkarten angelegt, aber die wenigsten Sprachen sind grammatikalisch oder auch lexikalisch erfasst. Trotz der intensiven Forschung in den letzten Jahren, besonders durch australische Linguisten, ist eine Klassifikation dieser Sprachen in vielen Punkten zumindest noch nicht endgültig oder auch noch gar nicht möglich.
    https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1076035 https://pnglanguages.sil.org/resources https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1313589
    Als Papuasprachen bezeichnet man mehrere Sprachfamilien und isolierte Sprachen, die in Neuguinea und auf einigen umliegenden Inseln (Salomonen, Halmahera, Timor) verbreitet sind und nicht zur Familie der austronesischen Sprachen zählen. Die Papuasprachen stellen keine genetische Einheit dar, sondern bilden die Restkategorie der nicht-austronesischen Sprachen im entsprechenden Gebiet. Es gibt etwa 800 Papuasprachen mit insgesamt etwa 4 Mio. Sprechern. Die Papuasprachen lassen sich nach heutigem Kenntnisstand in insgesamt 12 Sprachfamilien einordnen, fünf weitere sind isolierte Sprachen. Die mit Abstand bedeutendste Papuasprachfamilie ist das Trans-Neuguinea-Makrophylum mit etwa 530 Sprachen und 3,2 Mio. Sprechern, das sich – wie der Name sagt – über fast ganz Neuguinea erstreckt. Weitere grössere Familien sind Westpapua, Geelvink Bay, Torricelli, Sepik-Ramu und Ostpapua.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Papuasprachen#Klassifikation
    austronesichen Sprachen verwandt sind und dass sie mit diesen zusammen eine austrische Überfamilie bilden. https://pangeanic.de/wissenswertes/das-land-mit-der-hoechsten-sprachvielfalt-papua-neuguinea/












    Austronesische Sprachen

    https://ifl.phil-fak.uni-koeln.de/sites/linguistik/Personen/ASW/Himmelmann/Publikationen/2001-2005/Die_austronesischen_Sprachen2003b.pdf Die austronesischen Sprachen umfassen eine Sprachfamilie mit 1144 Sprachen, die von rund 296 Millionen Menschen gesprochen werden. Bezogen auf die Anzahl Sprecher ist Austronesisch die fünftgrösste Sprachfamilie der Erde. Mit seinen 1144 Sprachen wird die austronesische Sprachfamilie nur noch vom afrikanischen Niger-Kongo mit seinen 1386 Sprachen übertroffen. Lediglich die indogermanischen Sprachen haben eine grössere flächenmässige Ausdehnung als die austronesischen Sprachen, die sich von Madagaskar bis zur Osterinsel, von Taiwan bis nach Neuseeland erstrecken.
    Die Wissenschaft, die sich mit den austronesischen Sprachen und den Kulturen ihrer Sprecher befasst, heisst Austronesistik. Die austronesischen Sprachen haben eine überaus alte und reichhaltige Literatur, das Javanische z. B. kann auf über 1500 Jahre Literaturgeschichte zurückblicken, aber auch das Tagalog, das die Amtssprache der Philippinen ist und über 60 Millionen Sprecher hat, kann mit Patricio G. Mariano einen repräsentativen Autor und Literaten vorweisen.
    Die Austronesistik wird in der Hochschulpolitik als Randfach eingestuft und fiel somit in den letzten Jahren immer wieder Sparmassnahmen zum Opfer. Im Rahmen eines Linguistik-Studiums darauf zu spezialisieren oder eine Einzelphilologie zu studieren, z. B. Indonesisch an der Universität Köln im Rahmen der Studiengänge Südasien- und Südostasienwissenschaft sowie Sprachen und Kulturen der islamischen Welt.
    https://www.uni-koeln.de/
    https://deutschlandstipendium.blogs.uni-hamburg.de/die-geschichte-der-austronesistik-in-hamburg/
    https://www.aai.uni-hamburg.de/soa/ueber-die-abteilung/geschichte.html
    Nach Paul K. Benedict bildet es zusammen mit der Sprachfamilie Tai-Kadai die Makrofamilie Austro-Thai. Daneben besteht der Vorschlag von dessen Zusammenfassung mit dem Austroasiatischen zur Makrofamile Austrisch (auf gleicher Ebene wie der Vorschlag von Eurasiatisch nach Joseph Greenberg). Diese Thesen haben jedoch nur wenige Anhänger in der Fachwelt. Die Malayo-Polynesischen Sprachen sind die mit Abstand bedeutendste und sprecherreichste Untergruppe der austronesischen Sprachen. Sie umfassen etwa 1100 Sprachen mit fast 300 Millionen Sprechern. Sie sind weit verbreitet über die Inseln Südostasiens und des Pazifik, nur wenige Mitglieder dieser Sprachfamilie werden auf dem asiatischen Festland gesprochen. Das auf Madagaskar gesprochene Malagasy ist geographisch von den übrigen weit entlegen, die Sprache der Osterinsel (Rapanui) stellt das östliche Extrem dar. Das Malayo-Polynesische teilt sich in zwei Hauptuntergruppen, das West-Malayo-Polynesische und das Zentral-Ost-Malayo-Polynesische.
    Charakteristisch für die Malayo-Polynesischen Sprachen sind die Neigung zur Reduplikation (Wiederholung von Wortteilen oder ganzen Wörtern), um den Plural auszudrücken, die geringe Entropie, das Fehlen von Konsonantenhäufungen (wie z. B. [str] oder [mpf] im Deutschen) und die geringe Anzahl von Vokalen im Phonemsystem (üblicherweise fünf).
    Malayo-Polynesische Sprachen
    https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/905348
    
    Austronesische Sprachen
    https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/116712

     Austronesistik
    https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/116713
    https://homepages.thm.de/kausen/karten/Austronesisch.htm













    Tai-Kadai Sprachen

    Die Tai-Kadai-Sprachen (auch Kra-Dai-Sprachen) sind eine Sprachfamilie von über 90 in Südostasien und im südlichen und zentralen China verbreiteten Sprachen mit annähernd 100 Millionen Sprechern. Tai-Kadai wird üblicherweise in die drei Hauptzweige Hlai, Kadai und Kam-Tai gegliedert. Der Linguist Alexander Vovin zeigt mit seiner Rekonstruktion und Analyse des Proto-Tai-Kadai und Altjapanischen, dass beide einen gemeinsamen Ursprung im südöstlichen China haben und Ähnlichkeiten auch zu den austronesischen Sprachen existieren. Andere Forscher vermuten Gemeinsamkeiten zwischen Tai und Koreanisch . Thailändisch wird zumindest als zweite Variante von weit über der Hälfte der insgesamt 80 oder 90 Millionen Sprecher von Tai-Kadai-Sprachen gesprochen. Thai ist auch bei weitem das am gründlichsten beschriebene Mitglied der Gruppe, mit Berichten, die mehrere Jahrhunderte zurückreichen. https://www.wortbedeutung.info/Tai-Kadai-Sprache/ Wikipedia.
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    Kaukasische Sprachen

    Im Kaukasusraum werden ausser den eigentlichen kaukasischen weitere Sprachen aus drei Familien gesprochen: dem Indogermanischen, Turkischen und Semitischen.
    Die 38 autochthonen kaukasischen - auch altkaukasisch genannten - Sprachen mit rund 9 Millionen Sprechern lassen sich in über hundert Dialekte gliedern, wobei die Dialekte mancher kaukasischer Sprachen kaum wechselseitig verständlich sind, obwohl nur einige Kilometer Luftlinie zwischen ihren zu Lande schwer erreichbaren Dörfern liegen. Die seit dem Altertum dokumentierte Sprachen- und Völkervielfalt (Herodot, Strabo, Plinius u.a.) mit Angaben zwischen 70 und 360 Sprachen bzw. Dialekten dürfte gar nicht so realitätsfern sein. NB: Der Kaukasus gehörte bis zum Jahre 1991 ganz zur Sowjetunion, während nach deren Zerfall die Staaten Russland, Georgien, Armenien und Aserbaidschan ihren Anteil daran haben.
    Nach heutigem Forschungsstand bilden die 38 altkaukasischen Sprachen wohl kaum eine Sprachfamilie im Sinn einer genetischen Einheit. Mehr über die ethno-demographische Entwicklung im Kaukausus. Die Mehrheit der Forscher geht heute von drei unabhängigen genetischen Einheiten oder kaukasischen Sprachfamilien aus, die wie folgt bezeichnet werden:
    • Kartwelisch --> Südkaukasisch
    • Abchaso-Adygisch --> Westkaukasisch (Nordwestkaukasisch)
    • Nacho-Dagestanisch --> Ostkaukasisch (Nordostkaukasisch)
    Zu den Gemeinsamkeiten der kaukasischen Sprachen gehört - mit unterschiedlicher Verbreitung im einzelnen - eine agglutinierende Morphologie, Ergativität, mehrfacher Personalbezug beim finiten Verb (Multipersonalität: Bezug auf Subjekt, direktes und indirektes Objekt u.a.), Markierung der wörtlichen Rede, relativ wenige Vokale (manchmal nur zwei), zahlreiche Konsonaten (60 bis 80 in den westkaukasischen Sprachen) und das Vigesimalsystem.
    Ergativität

    Zur äusserst komplexen Phonetik der kaukasischen Sprachen sei auf Klimov verwiesen.

    http://titus.uni-frankfurt.de/personal/jg/pdf/jg1992d1.pdf https://buske.de/studienbucher/einfuhrung-in-die-kaukasische-sprachwissenschaft.html

    https://www.mediensprache.net/de/basix/lexikon/index.aspx?abc=v

    Die Lehre von den kaukasischen Sprachen wird als Kaukasistik, Kaukasologie oder Kaukasiologie bezeichnet, ihre Fachvertreter heissen Kaukasologen oder Kaukasiologen.
    Kaukasische Sprachen.
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    Khoisan-Sprachen

    Als Khoisan-Sprachen werden Sprachen im südlichen Afrika (Südafrika, Namibia, Angola und Botswana) sowie in Tansania bezeichnet, deren Phoneminventar Klicklaute enthält und die nicht zu den Niger-Kongo-Sprachen, den nilosaharischen oder afroasiatischen Sprachen gehören. In Simbabwe wurde Khoisan 2013 als Amtssprache anerkannt.
    Die Khoisan-Sprachen bilden keine genetische Einheit (Sprachfamilie), sondern umfassen als sprachliches Areal mindestens drei Sprachfamilien sowie einige isolierte Sprachen. Eine allen Khoisan-Sprachen gemeinsame Ursprache lässt sich nicht rekonstruieren. Khoisansprechende Völker sind die San, Khoikhoi, Damara und Nama. In Tansania finden sich zudem die Hadza und die Sandawe. Charakteristisch für die Khoisansprachen sind die Klicklaute und umfangreiche Phoneminventare (den Rekord mit 164 Phonemen hält ǃXóõ). Ebenfalls typisch sind Nominalklassensysteme.
    Nominalklasse
    Nominalklassen sind durch die Grammatik einer Sprache vorgegebene Einteilungen aller ihrer Nomina in eine endliche Zahl von Gruppen, die oft – aber keineswegs immer – Wörter von gleichartiger Bedeutung umfassen. Sprachen, die auf einem Nominalklassensystem aufbauen, werden als Klassensprachen bezeichnet. Als Spezialfall von Nominalklassen kann man die (maximal drei) Genera in den indogermanischen und den semitischen Sprachen betrachten.
    Die Gruppenzugehörigkeit eines Nomens muss zwingend durch ein die Klasse identifizierendes Affix, den Nominalklassifikator, angegeben werden. Steht das Nomen in Verbindung mit einem Adjektiv oder ist Subjekt eines Satzes, findet sich in vielen Sprachen mit Nominalklassen derselbe Klassifikator am abhängigen Adjektiv oder Hauptverb wieder. Durch diese Art der Kongruenz, genauer: Konkordanz, wird der Zusammenhalt innerhalb eines Satzes verstärkt. Häufig können Klassifikatoren auch dazu verwendet werden, den Bezug zu einem Wort aus dem vorangegangenen Satz herzustellen. Anstelle des ganzen Wortes reicht es in diesem Fall aus, nur den Klassifikator zu wiederholen.
    Nominalklassen sind besonders charakteristisch für die Bantusprachen und einige andere Zweige der niger-kordofanischen Sprachen in Afrika, beispielsweise Fulfulde. Es gibt sie aber auch in ganz anderen Sprachfamilien, wie zum Beispiel in der Pama-Nyunga-Sprache Dyirbal in Australien und in sino-tibetischen Sprachen – sie sind also nicht immer auf eine gemeinsame Wurzel im Sinne genetischer Sprachverwandtschaft zurückzuführen.
    Wilhelm Heinrich Immanuel Bleek untersuchte in seiner Doktorarbeit 1851 die Nominalklassen der Bantusprachen. Er führte ein Nummerierungssystem für die Nominalklassen der Bantusprachen ein, das heute noch benutzt wird. In manchen Bantusprachen gibt es über 20 Nominalklassen. Die Nominalklassifikatoren stehen in den Bantusprachen immer vor dem eigentlichen Wortstamm. In den Bantusprachen passen sich Pronomen, Adjektive und Verben der Nominalklasse des Substantivs an, zu dem sie gehören.
    Hier zwei Beispiele aus dem Swahili. Bei etwa der Hälfte der Klassen gibt es wie im zweiten Beispiel zwei Klassenpräfixe, eines für Substantive, Adjektive und Zahlwörter und ein anderes mit stärker pronominalem Charakter. Die Klassennummern – hier Klasse 2: Plural der Klasse 1 (hauptsächlich Personen); Klasse 6: Plural der Klasse 5 (vieles Verschiedene, u. a. Behälter) – entsprechen denen im Abschnitt Klasse und Bedeutung im Artikel Bantusprachen. Watu warefu wawili wanaingia nyumbani. «Zwei grosse Menschen gehen ins Haus hinein.» Swahili: wa-tu wa-refu wa-wili wa-na-ingia nyumba-ni Wörtlich: 2. Klasse Plural–Mensch 2. Kl.Pl.–gross 2. Kl.Pl.–zwei 2. Kl.Pl.–Gegenwart–hineingehen Haus-in Mayai yale makubwa mawili yanatosha. «Jene zwei grossen Eier genügen.» Swahili: ma-yai ya-le ma-kubwa ma-wili ya-na-tosha Wörtlich: 6. Klasse Plural–Ei 6. Kl.Pl.–jene 6. Kl.Pl.–gross 6. Kl.Pl.–zwei 6. Kl.Pl.–Gegenwart–genügen
    Numeralklassifikatoren
    In einer Reihe von Sprachen, zum Beispiel dem Chinesischen, werden zum Zählen Numeralklassifikatoren (auch: Zählwörter, Zähleinheitswörter) verwendet. Es ist in diesen Sprachen nicht möglich, ein Zahlwort (Numerale), z. B. «drei», direkt mit einem Substantiv zu verbinden. Stattdessen muss zwischen Zahlwort und Substantiv ein Klassifikator eingeschoben werden, um das Hauptwort zählbar zu machen:
    sān zhāng zhǐ heisst drei «Blatt» Papier.
    sān wèi rén heisst drei «Person» Mensch.

    Hier wird der Klassifikator zhāng für flache Gegenstände und der höfliche Klassifikator wèi für Personen verwendet.
    Oft wird in der modernen Umgangssprache allgemein das Zähleinheitswort ge («Stück») verwendet, was aber zu Verwechslungen führen kann:

    yí kuài dàngāo heisst ein «Stück» Kuchen.
    yí ge dàngāo heisst eigentlich ein «ganzer» Kuchen.
    Zudem können die verschiedenen Zähleinheitswörter das Hörverständnis erleichtern. In den folgenden beiden Sätzen unterscheiden sich die eigentlichen Wörter für «Fisch» und «Jade» nur durch ihre Betonung (yú vs. yù), die Numeralklassifikatoren sind jedoch völlig verschieden:

    yì tiáo yú heisst ein Fisch.
    yí kuài yù heisst ein Stück Jade.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Nominalklasse
    Wikipedia.
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    Australische Sprachen

    Unter australischen Sprachen versteht man Sprachen, die von der Urbevölkerung Australiens gesprochen werden. Sie umfassen verschiedene Sprachfamilien und isolierte Sprachen in Australien und auf einigen umliegenden Inseln, wobei Tasmanien normalerweise aussen vor bleibt. Wikipedia.
    Rein zahlenmässig ist unklar, wie viele Sprachen in Australien vor Ankunft der Europäer gesprochen wurden. Das Australian Bureau of Statistics erfasst alle Sprachen mit mehr als drei Sprechern und zählte im Jahr 2005 170 australische Sprachen. Ansonsten schwanken die Zahlen zwischen 200 und 300. Man einigt sich jedoch meist auf 250, wie zum Beispiel in der Publikation State of Indigenous languages in Australia - 2001. Für die schwankenden Angaben gibt es vor allem zwei Gründe:
    • unzureichende Dokumentation
    • Schwierige Unterscheidung, ob es sich um eigenständige Sprache oder Dialekt handelt
    Traditionell wurden die australischen Sprachen in zwei Dutzend Sprachfamilien eingeteilt. Nachfolgend erfolgt die Darstellung der linguistisch-genetischen Verwandtschaft nach einem Vorschlag von Nicholas Evans et al. der Universität Melbourne zusammen mit Angaben zur Zahl der Einzelsprachen.
    Entstehung und Untergliederung der Australischen Sprachen

    Im Jahr 2011 sprachen 76,8 Prozent der Gesamtbevölkerung in Australien Englisch als Muttersprache. Ferner
    • Mandarin 1,6%
    • Italienisch 1,4%
    • Arabisch 1,3%
    • Griechisch 1,2%
    • Kantonesisch 1,2%
    • Vietnamesisch 1,1%
    • Andere 10,4%
    • Unbezeichnete 5%
    Karte Australiens

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    Indigene amerikanische Sprachen


    Indigene Sprachen Amerikas

    Die indigenen amerikanischen Sprachen(1) sind die Sprachen der Ureinwohner Amerikas. Sie erstrecken sich von Kanada(2), den USA und Grönland über Mexiko, Zentralamerika, die Karibik bis hin zur südlichen Spitze Südamerikas. Die indigenen amerikanischen Sprachen bestehen aus Dutzenden von eindeutigen Sprachfamilien einerseits sowie vielen isolierten Sprachen andrerseits(3).
    In der Forschung übers Peopling Amerkias im allgemeinen und die indigenen amerikanischen Sprachen im besonderen herrscht alles andere als Einigkeit. Grob gesprochen lässt sich zwischen «Lumpers» (reklamieren einige wenige Grossfamilien) und «Splitters» (postulieren viele verschiedene Sprachfamilien) unterscheiden. Als Standartwerk zur Darstellung der sprachlichen Verwandtschaften auf dem amerikanischen Kontinent gilt seit 1965 die Klassifikation von Voegelin & Voegelin.
    Lange bevor die Europäer zum ersten Mal die amerikanischen Küsten erreichten und der indigenen Bevölkerung ihre Kulturen aufzwangen, wurden auf diesem Kontinent viele andere Sprachen gesprochen. Diese gingen auf die ursprünglichen Entdecker Amerikas zurück, die wahrscheinlich eher aus dem Westen als aus dem Osten stammten. Zahlreiche Sprachen sind bereits vor Jahrhunderten ausgestorben, wie das Pochuteco in Mexiko, das mit Aztekisch verwandt war. Andere wie das Ona, das in Feuerland gesprochen wurde, sind erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts erloschen. Aber auch heute ist die Vielfalt an Sprachen in Südamerika(4) beeindruckend.

    Nachfolgend eine (keineswegs erschöpfende) Übersicht über die Vielfalt indigener Sprachen und Sprachfamilien auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Die Auswahl widerspiegelt einerseits die grossen Unterschiede in der räumlichen Verteilung indigener Sprachen, andrerseits die unterschiedlich hohe Zahl der Muttersprachler einzelner Sprachen, die zwischen mehreren Millionen (Aztekisch in Mexiko, Quechua im Andenraum, Guaraní im La-Plata-Gebiet) und nur noch von einigen Hundert (Kwakiutl in Kanada) liegt.
    777777777777777777777777777777777777

    Nordamerika


    Sprachfamilie

    Sprache

    Land/Länder

    Aktuell Muttersprache

    Eskimo-Aleutisch

    Inuit/Yup'ik

    USA (Alaska), Kanada,
    Grönland (Dänemark)

    100.000

    Wakash

    Kwakiutl

    Kanada

    500

    Penuti

    Tsimshian

    USA (Alaska), Kanada

    4.000

    Sioux

    Lakota/Dakota

    USA

    15.000

    Algonkin

    Ojibwa
    Cree

    USA, Kanada
    USA, Kanada

    50.000
    50.000

    Irokesisch

    Mohawk

    Cherokee

    USA

    USA

    3.000

    22.000

    Athapaskisch

    Navajo

    USA

    100.000

    Uto-Aztekisch

    Hopi

    USA

    5.000

    Isolierte Sprache

    Zuñi

    USA

    5.000

    Mexiko, Guatemala, Belize


    Sprachfamilie

    Sprache

    Land/Länder

    Aktuell Muttersprache

    Uto-Aztekisch

    Tarahumara

    Nahuatl (Aztekisch)


    Mexiko

    Mexiko


    75.000

    1.500.000


    Taraskisch

    Taraskisch

    Mexiko

    105.000

    Totonakisch

    Totonakisch

    Mexiko

    230.000

    Otomangue

    Otomí
    Mixtekisch
    Zapotekisch

    Mexiko
    Mexiko
    Mexiko

    240.000
    420.000
    410.000

    Mixe-Zoque

    Mixe-Zoque

    Mexiko

    150.000

    Maya

    Yukatekisch

    Tzeltal-Tzotzil
    Chol
    Q'ekchi
    K'iche'-Kaqchikel

    Mexiko, Belize,
    Guatemala
    Mexiko
    Mexiko
    Guatemala, Belize
    Guatemala

    750.000

    600.000
    185.000
    770.000
    1.500.000

    Zentralamerika


    Sprachfamilie

    Sprache

    Land

    Aktuell Muttersprache

    Misumalpan

    Miskito

    Nicaragua

    100.000

    Chibcha

    Kuna

    Tunebo

    Panama

    Kolumbien, Venezuela

    40.000

    Keine Angaben

    Südamerika


    Sprachfamilie

    Sprache

    Land/Länder

    Aktuell Muttersprache

    Karibisch

    Yucpa
    Carib
    Panane
    Apalaí
    Bakairí

    Kolumbien,Venezuela
    Venezuela, Guayanas
    Venezuela
    Brasilien (Nordosten)
    Brasilien(MatoGrosso)

    Keine Angaben
    Keine Angaben
    Keine Angaben
    Keine Angaben
    Keine Angaben

    Barbacoa

    Guambiano

    Kolumbien

    8.000

    Arawakisch

    Goajiro

    Lokono

    Waurá

    Campa

    Moxo

    Garifuna
    (Black Carib)

    Kolumbien

    Guayanas

    Brasilien

    Peru

    Bolivien

    Belize, Guatemala,
    Honduras

    100.000

    Keine Angaben

    Keine Angaben

    40.000

    Keine Angaben

    Keine Angaben

    Tukano

    Secoya

    Cubeo

    Kolumbien, Peru,
    Ecuador
    Kolumbien, Brasilien

    Keine Angaben
     
    Keine Angaben

    Yanomamö

    Yanam
    Yanomam
    Yanomamï
    Sanïma

    Brasilien, Venezuela
    Brasilien, Venezuela
    Brasilien, Venezuela
    Brasilien, Venezuela

    Insgesamt 14.000 Sprecher
    von Yanomamö-Sprachen

    Aymara

    Aymara

    Jaqaru

    Bolivien, Peru, Chile

    Peru

    2.000.000

    2.000

    Uru-Chipaya

    Chipaya

    Bolivien

     2.000

    Pano

    Shipibo

    Peru

    15.000

    Jivaro

    Aguarema

    Peru

    22.000

    Ge

    Kayapó
    Xavante
    Kaingang
    Chiquitano

    Brasilien (Mato Grosso)
    Brasilien (Mato Grosso)
    Brasilien (Süden)
    Bolivien

    2.500
    9.600
    10.000
    30.000

    Tupí-Guaraní

    Tupí


    Guaraní
     
    Chiriguano
     

    Kolumbien, Venezuela,
    Brasilien

    Brasilien, Paraguay,
    Uruguay, Argentinien,
    Bolivien
    Bolivien, Argentinien

    Keine Angaben


    5.000.000
     
    65.000

    Guaicuru

    Toba

    Paraguay,
    Argentinien

    25.000

    Tschon

    Ona

    Chile,
    Argentinien (Feuerland)

    Um 1980 erloschen

    Isolierte
    Sprachen

    Paez
    Muchik
     
    Quechua
     
    Mapuche

    Kolumbien
    Peru
     
    Kolumbien, Ecuador,
    Peru, Bolivien,
    Argentinien, Chile

    40.000
    Mitte des
    20. Jahrhunderts erloschen
    8.000.000
     
    zwischen 200.000
    und 1.000.000
    88888888888888888888888888888888888

    ###########################
    Temazcal oder Temazcalli
    Das Temazcal oder Temazcalli ist ein Dampfbad, das im gesamten mesoamerikanischen Raum durch archäologische Funde belegt ist und bis heute genutzt wird. Der Zweck dieser Einrichtung lag und liegt dabei weniger im Zeremoniellen oder «Wellness», sondern primär im Therapeutischen, also zur Heilung von Krankheiten. Der Name stammt aus dem Aztekischen, temas bedeutet Bad, calli bedeutet Haus. Der yukatekische Name lautet zumpul ché. In der Regel sind diese Gebäude relativ klein und niedrig mit Platz für eine bis maximal zehn Personen, es gibt aber auch Hinweise auf grosse Strukturen aus früheren Zeiten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Temazcal
    Maya-Kult: Die Göttin im Dampfbad
    News 21.10.2020 Lesedauer ca. 2 Minuten
    Maya-Kult: Die Göttin im Dampfbad
    In Guatemala haben Archäologen die Überreste eines Maya-Dampfbads frei gelegt. An dem 1500 Jahre alten Kultort versuchte man die Götter günstig zu stimmen. Mit Tieren und Menschen. von Karin Schlott
    Nahe der einstigen Maya-Stadt Xultun in Guatemala haben Archäologen eine aussergewöhnliche Ritualstätte frei gelegt: ein Dampfbad (Temazcal), in dem die Maya Tiere und Menschen vergruben. Wie die Forscher um Mary E. Clarke von der Boston University nun in einem Beitrag im »Cambridge Archaeological Journal« beschreiben, versuchten die Maya an diesem Ort eine Göttin günstig zu stimmen, von der man wohl glaubte, sie hause in dem Gebäude. Die Opfer waren allerdings erst sehr viel später in die Erde gelangt: 300 Jahre nachdem man den Bau aufgegeben hatte. Vermutlich zeugen die kultischen Tätigkeiten vom Untergang der Kultur in Xultun.
    Dampfbäder dienen bis heute in Mittelamerika als ein Art Haus zur Heilung und als Ort, an dem Hebammen tätig sind. Derartige Bauten haben Ausgräber jedoch auch an alten Maya-Stätten entdeckt, etwa in Los Sapos, unweit der Maya-Stadt Xultun. Das dortige Temazcal stammt aus der Blütezeit der Stadt zwischen 250 und 550 n. Chr. Das Besondere an diesem Fund: Das Gebäude war einst mit der Figur einer hockenden Göttin mit Kröten- und Reptilienextremitäten bemalt. Der Eingang lag zwischen den Beinen der Gottheit, die vermutlich »Ix-tzutz-sak« hiess. Die Archäologen gehen davon aus, dass die Göttin für Schwangerschaft und Geburt angerufen wurde.
    https://www.spektrum.de/news/die-goettin-im-dampfbad/1784000
    Revisiting the Past: Material Negotiations between the Classic Maya and an Entombed Sweat Bath at Xultun, Guatemala
    Published online by Cambridge University Press: 02 October 2020 https://www.cambridge.org/core/journals/cambridge-archaeological-journal/article/revisiting-the-past-material-negotiations-between-the-classic-maya-and-an-entombed-sweat-bath-at-xultun-guatemala/B91C1B80B268C0B170B5EFF47A7678C9
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    Mongolische Sprachen

    Die mongolischen Sprachen bilden eine in Asien vor allem in der Mongolei, in China und Russland, vereinzelt auch in Afghanistan verbreitete Sprachfamilie von etwa 15 relativ nah verwandten Sprachen mit rund 7,5 Mio. Sprechern. Sie unterscheiden sich nicht so sehr im Wortschatz, dafür stärker in der Morphologie (Formenbildung) und Syntax. Nur in der Inneren Mongolei in China ist die traditionelle mongolische Schrift Standard, die mongolischen Schriftsprachen in anderen Ländern werden im kyrillischen Alphabet geschrieben.

    Folgende mongolische Sprachen haben mindestens 100.000 muttersprachliche Sprecher
    Sprache Sprecherzahl verbreitet in folgenden Ländern
    Mongolisch 5 bis 6 Mio. Mongolei (davon 2,5 bis 3 Mio. Chalcha-Dialekt), China (Innere Mongolei)
    Burjatisch. Chr. 450000 Russland, Mongolei, China
    Oiratisch 350000 Mongolei, China
    Santa (Dongxiang) 250000 China
    Kalmückisch (Kalmyk) 180000 Russland
    Mangghuer 150000 China
    Dagurisch (Daur, Dahuren) 100000 China
    Ordos (Urdus) 100000 China

    Die mongolischen Sprachen werden oft in einen genetischen Zusammenhang mit den tungusischen und turkischen Sprachen gestellt und mit diesen als «altaische Sprachfamilie» zusammengefasst. Ursache sind gewisse typologische und lexikalische Übereinstimmungen zwischen mongolischen, tungusischen und turkischen Sprachen, die sich allerdings auch durch eine gegenseitige Beeinflussung infolge von Sprachkontakten statt durch genetische Verwandtschaft erklären lassen. Dazu ausführlich der Artikel Altaische Sprachen. Mehr zu Mongolischen Sprachen.
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    Koreanische Sprachen

    Die koreanische Sprache (Koreanisch) wird in Nordkorea, Südkorea, VR China, Japan, Russland gesprochen und gehört zu den 25 meistgesprochenen Sprachen der Welt. Über 78 Millionen Menschen sind koreanische Muttersprachler, die meisten sind Nord- oder Südkoreaner, bei denen das Koreanische heute offizielle Amtssprache ist. Der nordkoreanische Dialekt macht sich durch die Aussprache bemerkbar, wie sie in und um die Hauptstadt Pjöngjang herum gesprochen wird. Das Idiom Südkoreas ist massgeblich geprägt vom Dialekt in der Hauptstadt Seoul.
    Koreanisch gilt als eine der ältesten lebenden Sprachen der Welt. Die Sprache leitet sich von Altkoreanisch und Proto-koreanisch ab und hat sich zu Mittelkoreanisch und Modernkoreanisch weiterentwickelt. Die proto-koreanische Sprache ist eine rekonstruierte Vorform der koreanischen Sprache. Sie wurde in der Bronze- und Eisenzeit gesprochen. Das alte Koreanisch wurde während der Periode der drei Königreiche (Königreiche Goguryeo, Baekje und Silla zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. auf weiten Teilen der Koreanischen Halbinsel und der Mandschurei) verwendet, in der China diese Sprache stark beeinflusste. Als die drei Königreiche Koreas gebildet wurden, hatte Proto-Koreanisch sich bereits zu Alt-Koreanisch entwickelt. Chinesische Schriftzeichen wurden in alten koreanischen Mustern verwendet, die schwer zu entziffern waren. Es wird angenommen, dass sich die Sprachen, aus denen sich das heutige Koreanisch entwickelte, zu Beginn unserer Zeitrechnung in die Gruppe der Buyeo-Sprachen (夫艅) im Norden und der Han-Sprachen (韓) im Süden aufteilten. Man geht davon aus, dass sich die koreanische Sprache aus den Dialekten der Buyeo entwickelt hat. Aus der Sprache dieser Stämme entwickelte sich schliesslich über verschiedene Zwischenstufen das sogenannte Mittelkoreanische, das in etwa ab dem Jahr 1000 nach Christi Geburt nachweisbar ist. Ursprünglich war sas Mittelkoreanische war sehr stark durch den Einfluss des Mandschurischen und des Chinesischen geprägt.
    Grammatisch handelt es sich beim Koreanischen um eine agglutinierende Sprache mit einer SOV-Grundwortstellung (Subjekt-Objekt-Verb). Den agglutinierenden Sprachen stehen die fusionalen Sprachen gegenüber, die verschiedene grammatische Kategorien durch Affixe fusionieren. Der Unterschied zwischen agglutinierenden und fusionalen Sprachen ist nicht scharf. Rein agglutinierende oder rein fusionale Sprachen sind selten.
    Koreanisch sei die Schnellste Schrift der Welt, wird behauptet, das koreanische Zeichensystem sei leichter zu lernen als jedes andere. Wer länger als einen Tag bräuchte, sei ein Trottel…
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    Afroasiatische Sprachen

    Afroasiatische Sprachfamilie

    Die afroasiatische Sprachfamilie, die sich aus den sechs Zweigen Ägyptisch, Berberisch, Semitisch, Kuschitisch, Omotisch und dem Tschadischen zusammensetzt, erstreckt sich über Nord- und Ostafrika sowie Vorderasien. Die Afroasiatische Sprachfamilie umfasst ungefähr 354 Sprachen (wovon 43 ausgestorben) mit 347 Mio. Sprechern. Im einzelnen sind dies
    • Ägyptisch-Koptisch † > 1 Sprache, ausgestorben: Ägypten
    • Berberisch > ungefähr 24 Sprachen, davon 5 ausgestorben, 40 Mio. Sprecher: Nordwestafrika
    • Semitisch > ungefähr 62 Sprachen, davon 28 ausgestorben, 261 Mio. Sprecher: Nordafrika, Vorderasien, Malta, Äthiopien
    • Kuschitisch > ungefähr 47 Sprachen, davon 2 ausgestorben, 38 Mio. Sprecher: Nordostafrika
    • Tschadisch > ungefähr 193 Sprachen, davon 7 ausgestorben, 31 Mio. Sprecher: Südwest-Tschad, Süd-Niger, Nord-Nigeria
    • Omotisch > ungefähr 27 Sprachen, 4 Mio. Sprecher: Äthiopien, Sudan

    Während sich das Ägyptische in vorchristliche Jahrtausende zurückverfolgen lässt, finden sich die frühesten Belege für das Kuschitische, Tschadische und Omotische erst im Mittelalter bzw. der Neuzeit. Nur ein kleiner Teil der zahllosen tschadischen, kuschitischen und omotischen Sprachen ist heute zu Schriftsprachen geworden, unter diesen befinden sich Sprachen wie das Somali, das Hausa und das Oromo. Die Bezeichnung «Afroasiatisch» bzw «Afro-Asiatisch» führte Joseph Greenberg ein.
    Die Rekonstruktion einer afroasiatischen Protosprache gestaltet sich aus diversen Gründen schwieriger als z. B. die Rekonstruktion des Proto-Indogermanischen. Gemäss glottochronologischen Untersuchungen soll das Proto-Afroasiatische um 10000-9000 v. Chr. gesprochen worden sein.
    Orel-Stolbova 1995, S. 9; A. Militarev: Sovremennoe sravnitel'no-istoricheskoe afrazijskoe jazykoznanie: chto ono mozhet dat' istoricheskoj nauke? In: Lingvisticheskaja rekonstrukcija i drevnejshaja istorija Vostoka. Teil 3, Moskau 1984, S. 3–26, 44–50.

    Die früheste durch Schriftquellen belegte afroasiatische Sprache ist das Frühägyptische, dessen älteste Zeugnisse bis zum Ende des vierten vorchristlichen Jahrtausends zurückreichen. Einige Jahrhunderte später setzt die Überlieferung des Semitischen, zunächst des Akkadischen und im zweiten Jahrtausend v. Chr. westsemitischer Idiome ein. Die aus den Jahrhunderten vor Christi Geburt stammenden libyschen Inschriften aus Nordafrika werden zwar allgemein zum Berberischen gerechnet, sind aber bislang unverständlich.
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    Indogermanische Sprachen

    Seit im 19. Jahrhundert eine zuverlässige Methodik auf Basis der Lautsysteme, Grammatik, Syntax und des Wortschatzes entwickelt worden war, konnte die Abstammung diverser Sprachen auf dem europäischen und asiatischen Kontinent von einer gemeinsamen Grundsprache nachgewiesen werden. Sie bilden die sogenannte indogermanische Sprachfamilie. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung spricht heute eine indogermanische Sprache. Die Wissenschaft, welche die sogenannten «indogermanischen» Sprachen zum Forschungsgegenstand hat, nennt sich Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft, kurz Indogermanistik. Als Geburtsstunde der Indogermanistik wird häufig die Rede angesehen, die Sir William Jones 1786 an die Asiatic Society in Kalkutta gehalten hat.
    Der Terminus «Indogermanistik» wurde 1823 von Julius Klaproth geprägt. Er soll die indogermanischen Sprachen in ihrer geographischen Verbreitung auf dem eurasischen Kontinent umklammern: mit Indisch als der südöstlichsten und Germanisch als der nordwestlichsten indogermanischen Sprachgruppe. Die zahlreichen indogermanischen (später «indoeuropäisch» genannten) Einzelsprachen lassen sich – abgesehen von fragmentarisch überlieferten Sprachen – in grössere Sprachgruppen mit zwei Hauptzweigen unterteilen.

    Die Indogermanische/Indoeuropäische Sprachfamilie
    Epoche Europäischer Zweig Indischer Zweig Epoche
    17. Jh. v. Chr. Anatolisch Indisch 15. Jh. v. Chr.
    14. Jh. v. Chr. Griechisch Iranisch 15. 1000 v. Chr.
    7. Jh. v. Chr. Italisch Keltisch 5./6. Jh. v. Chr.
    3. Jh. n. Chr. Germanisch Armenisch 5. Jh. v. Chr.
    6.-8. Jh. n. Chr. Tocharisch Slawisch 9. Jh. n. Chr.
    14. Jh. n. Chr. Baltisch Albanisch 15. Jh. n. Chr.

    Überblick Indoeuropäisch

    Die grössten Sprachgruppen in Europa sind die germanische, die romanische und die slawische. Die germanische Sprachgruppe umfasst einen ost-, einen nord- und einen westgermanischen Zweig. Zur germanischen Sprachgruppe gehören:
    • die ostgermanischen Sprachen: Gotisch (heute ausgestorben);
    • die nordgermanischen Sprachen: Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch und Färöisch;
    • die westgermanischen Sprachen: Deutsch, Niederländisch, Friesisch, Englisch und Jiddisch.
    Die romanische und slawische Sprachgruppe
    Romanische Sprachgruppe Slawische Sprachgruppe
    • Rumänisch
    • Italienisch
    • Korsisch
    • Spanisch
    • Portugiesisch
    • Katalanisch
    • Okzitanisch
    • Französisch
    • Romantsch
    • Ladinisch
    • Sardinisch
    • Russisch
    • Ukrainisch(6)
    • Weissrussisch
    • Polnisch
    • Sorbisch
    • Tschechisch
    • Slowakisch
    • Slowenisch
    • Serbisch
    • Kroatisch
    • Makedonisch
    • Bulgarisch
    Neben diesen drei grossen Sprachgruppen gibt es in Europa zudem die baltische und die keltische Sprachgruppe. Zur baltischen Sprachgruppe zählen:
    • Lettisch
    • Litauisch
    Zur keltischen Sprachgruppe gehören:
    • Irisch
    • das schottische Gälisch
    • Walisisch
    • Bretonisch

    Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung spricht heute eine indogermanische Sprache.
    Die Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft, kurz Indogermanistik, hat die sogenannten «indogermanischen» Sprachen zum Forschungsgegenstand.

    Gruppe Älteste Quellen Spätere Quellen Gebiet Kriterien
    Anatolische Sprachen althethitische Keilschrifttafeln aus dem 16. Jahrhundert v. Chr.[Anmerkung 2] Asiatischer Teil der heutigen Türkei.
    • Teilweise direkt erhaltene Laryngallaute.
    • Auffällige grammatikalische Abweichungen von anderen Sprachen, die von manchen als erhaltene archaische Strukturen, von anderen als Innovationen gesehen werden.
    Griechische Sprache Linear-B-Tontafeln aus dem 2. Jahrtausend v. Chr., die das mykenische Griechisch in kurzen listenartigen Verwaltungstexten dokumentieren. Griechenland, westliches Kleinasien, Süditalien, Mittelmeerraum.
    • Tempus-Modus-Aspektsystem des Verbs.
    • Drei verschiedene vokalische Reflexe der Laryngale.
    • Ablaut.
    Indoarische Sprachen Der Rigveda ist in Indien vermutlich im späteren 2. Jahrtausend v. Chr. entstanden. Rein mündliche Überlieferung der vedischen Texte bis ins zweite nachchristliche Jahrtausend hinein, aber gute Erhaltung des Sprachstandes wegen hoher religiöser Priorität der unverfälschten Bewahrung des Wortlautes.
    • Sanskrit ist aus einem dem Vedischen verwandten altindischen Dialekt entstanden.
    • Von Panini im 5. oder 4. Jahrhundert v. Chr. grammatikalisch fixiert, aber noch nicht aufgeschrieben.
    • Älteste schriftliche Überlieferungen: mittelindische Inschriften des Ashoka (3. Jahrhundert v. Chr.).
    • Sanskrit ist in der von Panini festgelegten Form seitdem bis heute Bildungs-, Literatur- und Sakralsprache.
    Nordindien.
    • Vor Schleichers erster Rekonstruktion wurde Sanskrit in der Forschung als Näherungsmodell der Ursprache verwendet.
    • Stimmhafte aspirierte Plosive,
    • Substantivflexion,
    • Akzent- und Ablautklassen,
    • Wortwurzeln.
    Iranische Sprachen Das Avestische, die Sprache der religiösen Texte des Zarathustra, wird mit diesen in das 10. Jahrhundert v. Chr. datiert. Diese Texte wurden mündlich überliefert und erst Mitte des ersten nachchristlichen Jahrtausends schriftlich festgehalten.
    • Altpersisch wurde unter Darius I. Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. und seinen Nachfolgern in einem eigens dafür entwickelten (aber dennoch zur Wiedergabe der Sprache wenig geeigneten) Schriftsystem, der altpersischen Keilschrift, in einigen wenigen Inschriften festgehalten.
    Gebiet des heutigen Irans, Afghanistans, Tadschikistans und Kurdistans.
    • Kleineres Textkorpus, daher geringere Bedeutung für die Rekonstruktion als beim verwandten Vedischen.
    • Avestische Befunde als Bestätigung und Korrektiv der vedischen.
    Italische Sprachen Italische Sprachen: Älteste italische Sprachdenkmäler aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. in Oskisch, Umbrisch, Faliskisch usw. Grosser Teil des Gebietes des heutigen Italiens.
    • Das grosse Korpus liefert viel Material für die Wortwurzeln und die Morphologie.
    • Ausgedehnte Innovation in der Syntax erlaubt nur eher indirekte Rückschlüsse.
    Keltische Sprachen Kurze Texte sind aus der Zeit seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. überliefert. Irisch- und walisisch-sprachige Literatur des Mittelalters, zum Beispiel Ulster-Zyklus, Mabinogion. Ganz Europa, vom iberischen Raum bis Kleinasien, von den Britischen Inseln bis Norditalien, siehe Liste keltischer Stämme.
    • Die Entdeckung und der Nachweis, dass Keltisch überhaupt zu den indogermanischen Sprachen zählt, ist ein früher Triumph der Indogermanistik.
    Germanische Sprachen Nach Namen und kurzen Runentexten ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. ist Wulfilas Bibelübersetzung im 4. Jahrhundert ins Gotische das älteste grössere germanische Dokument. Eine Anzahl sehr alter germanischer Wörter hat sich in finnischen Lehnwörtern gehalten. Althochdeutsche, altenglische, altnordische, altsächsische Texte aus der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends n. Chr. Durch die Völkerwanderung in ganz Europa und Nordafrika. Gotische Sprachreste wurden im 16. Jahrhundert auf der Krim aufgezeichnet.
    • Die germanischen Sprachen waren traditionell ein von den Indogermanisten stark untersuchtes Forschungsgebiet.
    • Das Vernersche Gesetz erlaubt direkte Schlüsse auf den indogermanischen Wortakzent.
    Armenische Sprache Die ältesten Überlieferungen beginnen mit der Schaffung der armenischen Schrift im Jahr 406.   Armenien, Armenisches Hochland, östliches und süd-östliches Kleinasien.
    • Gemeinsamkeiten mit dem Griechischen, dem Indoiranischen und dem Phrygischen, insbesondere das Augment.
    Tocharische Sprachen In den beiden tocharischen Sprachen sind vor allem buddhistische Texte in einer Form der Brahmi-Schrift vom 6. Jahrhundert bis zum 8. Jahrhundert überliefert.   Im heutigen uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang im äussersten Nordwesten Chinas.
    Slawische und baltische Sprachen Die älteste überlieferte slawische Sprache ist das Altkirchenslawische aus der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts. Die baltischen Sprachen sind erst ab dem 14. Jahrhundert überliefert. Die balto-slawische Hypothese, nach der die slawischen und baltischen Sprachen auf eine gemeinsame Zwischenform zurückgehen, ist weitgehend akzeptiert, wird aber von einigen Forschern bestritten.    
    • Besonders konservative Morphologie.
    Albanische Sprache Die ältesten überlieferten albanischen Texte stammen aus dem 15. Jahrhundert. Zusammenhänge mit der illyrischen Sprache sind mangels ausreichender Belege nicht wirklich erweisbar.   Das heutige Albanien und Umgebung.
    • Der albanische Wortschatz besteht überwiegend aus Entlehnungen aus dem Lateinischen und Griechischen, aus dem Türkischen, romanischen und süd-slawischen Sprachen, sowie aus einem Mittelmeersubstrat.




    Text-Editoren







    Fussnoten










    (1) Andrew Kitchen, Michael M. Miyamoto, Connie J. Mulligan: A Three-Stage Colonization Model for the Peopling of the Americas, in: Public Library of Science (PLoS), 13. Februar 2008, doi:10.1371/journal.pone.0001596.

    Wikipedia
    V.V. Pitulko u. a.: The Yana RHS Site: Humans in the Arctic Before the Last Glacial Maximum In: Science. 303(5654), 2004, S. 52–56 https://doi.org/10.1126/science.1085219
    Abstract
    A newly discovered Paleolithic site on the Yana River, Siberia, at 71°N, lies well above the Arctic circle and dates to 27,000 radiocarbon years before present, during glacial times. This age is twice that of other known human occupations in any Arctic region. Artifacts at the site include a rare rhinoceros foreshaft, other mammoth foreshafts, and a wide variety of tools and flakes. This site shows that people adapted to this harsh, high-latitude, Late Pleistocene environment much earlier than previously thought. Eine neu entdeckte paläolithische Siedlung am Yana-Fluss in Sibirien, bei 71°N, die weit über dem Polarkreis liegt, zeigt, dass sich die Menschen viel früher als bisher angenommen an diese raue Umgebung in den hohen Breiten des späten Pleistozäns angepasst haben. Das Alter von 27000 Radiokarbonjahren ist doppelt so hoch wie das anderer bekannter menschlicher Spuren in arktischen Regionen. Zu den gefundenen Artefakten gehören ein seltener Nashorn-Vorderschaft, andere Mammut-Vorderschäfte und eine Vielzahl von Werkzeugen und Flocken.
    SibirianTimes https://en.wikipedia.org/wiki/Yana_Rhinoceros_Horn_Site Sibirische Arktis vor mehr als 30000 Jahren besiedelt
    Weitgehend anerkannte Theorien über die Besiedlung Amerikas
    Weitgehend anerkannte Theorien
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/Journal.pone.0001596.g004.png
    Karte der Beringstrassen-Theorie
    Die Beringstrasse-Theorie: Diese Theorie ist die einzige, für die es reichlich archäologische Belege gibt und die daher von den meisten Wissenschaftlern vertreten wird. Sie besagt, dass während der letzten Eiszeit oder erst gegen Ende der Eiszeit, d. h. vor mindestens 11.500 Jahren (höchstens vor 35.000 Jahren) aus Ostasien kommende Jäger und Sammler erstmals den amerikanischen Kontinent betraten. Dort, wo sich heute die Beringstrasse befindet, gelangten sie über eine breite Landbrücke (Beringia), die durch den niedrigen Wasserstand während der letzten Eiszeit entstanden war, auf den damals noch menschenleeren Kontinent. Sie wurden aber durch den Laurentidischen Eisschild und die Gletscher der Coast Mountains daran gehindert, vom damals weitgehend eisfreien Alaska weiter nach Süden zu wandern. Erst vor rund 11.500 Jahren öffnete sich ein eisfreier Korridor zwischen den vergletscherten Coast Mountains und dem Laurentidischen Eisschild im heutigen Territorium Yukon. Rund tausend Jahre später trafen die ersten Gruppen an der Südspitze Südamerikas ein. Jüngere Forschungsergebnisse lassen aber vermuten, dass der Korridor erst später für einen Transit nutzbar wurde.[5]
    Die Küsten-Theorie: Gemäss dieser Theorie breiteten sich Seefahrer vor 15.000 bis 13.500 Jahren von Japan und Südostsibirien her kommend entlang der damals schon eisfreien Aleuten und der amerikanischen Westküste aus und besiedelten schliesslich den gesamten Kontinent bis zur Südspitze von Feuerland.[6][7] Zwar herrschten damals bis zum erneuten Kälteeinbruch der Jüngeren Dryas schon fast warmzeitliche Klimaverhältnisse, der Nachweis einer frühen Küstenbesiedlung ist aber problematisch, da vor 15.000 bis 13.500 Jahren der Meeresspiegel wesentlich tiefer lag als heute. Eventuelle Fundstellen lägen unter Wasser.
    Eine Kombination von Beringstrasse- und Küsten-Theorie hält eine erste – schwache – Einwanderung entlang der Küste vor höchstens 15.000 Jahren für wahrscheinlich, gefolgt von einer weit stärkeren Einwanderung vor rund 11.500 Jahren. Mit dieser kombinierten Theorie lassen sich am ehesten alle archäologischen, anthropologischen und genetischen Untersuchungen unter einen Hut bringen.
    https://www.bbc.com/news/science-environment-53486868
    Peopling Abstrakt Hintergrund Wir evaluieren den Prozess, durch den Amerika ursprünglich kolonisiert wurde, und schlagen ein dreistufiges Modell vor, das aktuelle genetische, archäologische, geologische und paläoökologische Daten integriert. Insbesondere analysieren wir mitochondriale und nukleare genetische Daten, indem wir komplementäre koaleszierende Modelle der demografischen Geschichte verwenden und nicht-genetische Daten einbeziehen, um die anthropologische Relevanz der Analyse zu erhöhen.
    Methodik/Ergebnisse
    Bayessche Skyline-Plots, die dynamische Darstellungen der Veränderungen der Populationsgrösse im Laufe der Zeit liefern, zeigen, dass die Indianer vor ≈40.000 und ≈15.000 Jahren zwei Wachstumsphasen durchliefen, die durch eine lange Periode der Populationsstabilität getrennt waren. Isolations-mit-Migration-Koaleszenzanalysen, die Daten von Schwesterpopulationen verwenden, um ein Divergenzdatum und die Grösse der Gründerpopulation abzuschätzen, deuten auf eine Expansion der Indianerpopulation, die vor 15.000 Jahren begann. Schlussfolgerungen/Bedeutung
    Diese Ergebnisse unterstützen ein Modell für die Besiedlung der Neuen Welt, bei dem die Vorfahren der Indianer vor 40.000 Jahren vom asiatischen Genpool abwichen und eine allmähliche Bevölkerungsexpansion erlebten, als sie in Beringia einzogen. Nach einer langen Periode mit geringer Veränderung der Bevölkerungsgrösse im Grossraum Beringia expandierten die Indianer vor ≈15.000 Jahren schnell nach Amerika, entweder durch einen eisfreien Korridor im Inneren oder entlang der Küste. Diese schnelle Kolonisierung der Neuen Welt wurde von einer Gründergruppe mit einer effektiven Populationsgrösse von 1.000–5.400 Individuen erreicht. Unser Modell stellt ein detailliertes Szenario für den Zeitpunkt und das Ausmass der anfänglichen Migration nach Amerika dar, verfeinert die Schätzung der Gründer der Neuen Welt erheblich und bietet eine einheitliche Theorie zum Testen mit zukünftigen Datensätzen und Analysemethoden.
    https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0001596
    Nachfolgend ein Überblick über indigene Sprachen in den USA

    Indigene Sprachen einst und jetzt
    Die indigenen Sprachen Amerikas
    Indigene Sprachfamilien und Sprachen in Amerika
    Wikipedia Linguizid
    Wikipedia Liste ausgestorbener Sprachen
    Vor dem Aussterben bedrohten Sprachen
    Projekt Indigene Sprachen

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    https://www.w3schools.com/charsets/ref_utf_symbols.asp







    (2) Mit First Nations (französisch Premières Nations, deutsch Erste Nationen) werden alle indigenen Völker in Kanada bezeichnet, ausgenommen die Métis (Nachkommen von Cree und Europäern) und die im Norden lebenden Inuit. Der Begriff First Nations tauchte wohl Anfang der 1980er Jahre erstmals auf. Damit wurde ein Begriff geschaffen, der sich von dem in Kanada ebenfalls gebräuchlichen Begriff Indian Tribe oder Band unterscheidet. Von den rund 700.000 Menschen, die sich als Indianer verstehen, zählen etwa 565.000 zu den 617 vom Staat anerkannten Stämmen (Stand: Anfang 2014), von denen allein fast 200 in British Columbia leben. Die Website eines "Centre d'information sur la santé autochthone" versucht die wichtigsten Bezeichnungen zu definieren (nach dem Stand von 2005). http://www.icah.ca/ Der Begriff First Nations ist relativ jung[2] und bezeichnet die kanadischen Ureinwohner, jedoch ohne die Métis und die Inuit.[3] Die offizielle Bezeichnung von staatlicher Seite ist Indians, die Selbstbezeichnung der weit über 600 als Stämme bezeichneten Gruppen ist ganz überwiegend First Nation, seltener Nation oder Indian Band.
    Die Geschichte der First Nations, der in Kanada lebenden und nicht ganz zutreffend als Indianer bezeichneten ethnischen Gruppen, reicht mindestens 12.000 Jahre zurück.[1]
    Indianersprachen in Nordamerika. Dargestellt ist die jeweilige Verbreitung zur Zeit des ersten Kontakts mit Europäern
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/11/Langs_N.Amer_Deutsch.png
    Die Provinzen und Territorien Kanadas https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fe/Geopolitical_map_of_Canada.png

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    Liste der in Kanada anerkannten Indianerstämme
    Die Liste der in Kanada anerkannten Indianerstämme beinhaltet alle vom zuständigen Ministerium anerkannten und in einer Datenbank aufgeführten First Nations in Kanada. Die Liste wurde entsprechend der Datenbank des besagten Ministeriums, das seit 2015 Indigenous and Northern Affairs Canada heisst, erstellt.[1] Sie wird durch die stammeseigenen Websites bzw. deren Adressen ergänzt. Bei Stämmen, die keine eigene Website eingerichtet haben, sind ersatzweise Links zu weiterführenden Informationen eingefügt. So sollen nach und nach Artikel zu den Stämmen entstehen, die als Wikipedia-Links eingefügt werden. Dazu führt die Tabelle die Provinz auf, in der der jeweilige Stamm lebt und die Zahl der vom Ministerium anerkannten Stammesmitglieder (Stand: Dezember 2011 und November 2016). Wenn nicht anders vermerkt, stammen diese Angaben vom genannten Ministerium, ansonsten für die Angaben zum Jahr 2011 vom Aboriginal Canada Portal (ACP, seit 2013 nicht mehr am Netz), dessen Zahlen jedoch einige Jahre vor 2011 liegen. Zur sicheren Unterscheidung der Stämme mit der rechtsgültigen Bezeichnung «tribe» oder «nation», inzwischen selten «band», wurde seinerzeit ein Nummernsystem eingeführt, offizielle Nummern («offiz. Nr.»), die hier gleichfalls angegeben sind. Unter Anmerkung findet man Angaben zu übergreifenden ethnischen oder sprachlichen Einheiten und die Stammesnamen, die seit 2011 geändert wurden («früher:»). Den rechtlichen Hintergrund liefert das als Indian Act oder Loi sur les Indiens bezeichnete «Indianergesetz».
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    (3) Eine First Nation im Süden der kanadischen Provinz British Columbia, die heute aus 17 regionalen Hausgruppen (oder Stammesgruppen) besteht, sind die Secwepemc (engl. Aussprache: «shuh-kwehp-im», «suh-Wep-muh» oder «She-whep-m», auch als Shuswap bekannt). Ihr traditionelles Stammesgebiet Secwepemcúlecw, das sie seit über 10.000 Jahren bewohnen, umfasste rund 145.000 km² und wurde von ihnen Secwepemculecw genannt. Es erstreckte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts vom Columbia River Valley am Osthang der Rocky Mountains bis zum Fraser River im Westen und vom Oberen Fraser River im Norden bis zum Upper und Lower Arrow Lake im Süden. Die nordöstlich und östlich von ihnen wohnenden Cree bezeichneten die Secwepemc als Siwap Wi Iniwak – «Liebreizendes, freundliches Volk». Die Sprache der Secwepemc, auch Secwepemctsín genannt, ist eine der Innen-Salish-Sprachen aus der grossen Salishan-Sprachfamilie. Wie viele indigene Sprachen ist Secwepemctsín eine mündliche Sprache, die aus 43 Konsonanten und 5 Vokalen besteht. Die Sprache wird heute noch von ca. 1.700 Secwepemc gesprochen. Vor dem ersten Kontakt mit den Europäern und deren Krankheiten (Pocken, Influenza, Masern) hatten die Secwepemc wahrscheinlich eine Population von über 21.000. Nachdem sie durch die europäischen Seuchen geschwächt sowie durch grössere intertribale Konflikte (ausgelöst durch den Pelzhandel) dezimiert waren, schätzte man 1850 die Anzahl der ca. 30 Secwepemc Stammesgruppen auf nur noch 7.200 Personen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verloren die verschiedenen Gruppen, besonders durch die schwere Pockenepidemie von 1862, nochmals so viele Stammesangehörige, so dass manche Gruppen sich grösseren anschliessen mussten, so dass im Jahre 1903 nur noch die heutigen 17 Secwepemc Hausgruppen übrig waren. Heute zählen sich wieder über 7.000 Personen zu den Secwepemc. Salish ist eine Sprachfamilie in Nordamerika, die 23 Sprachen hervorgebracht hat. Sie kommt hauptsächlich in British Columbia, Kanada und im Bundesstaat Washington in den USA vor. Sie gehört zu den indigenen amerikanischen Sprachen. Der Sprachcode nach ISO 639-2 ist «sal». Es gibt noch geschätzt 2500 Sprecher. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/Salishan_langs.png
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    (4) Indigene amerikanische Sprachen mit mindestens einer halben Million Sprechern:
  • Quechua
  • Guaraní
  • Aymara
  • Nahuatl
  • Maya-Sprachen
  • Mapudungun


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    (5) Science 29 Jan 2021 Vol 371, Issue 6528 pp. 503-507
    Science
    GEO
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    (6) Ukrainisch (im Ukrainischen українська мова ukrajinska mowa, wissenschaftliche Transliteration ukrajins’ka mova, früher auch Ruthenisch genannt) ist eine Sprache aus der ostslawischen Gruppe des slawischen Zweigs der indogermanischen Sprachen. Die ukrainische Sprache ist alleinige Amtssprache der Ukraine und wird dort von rund 32 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen.[6] Daneben gibt es Ukrainer und Nicht-Ukrainer, die es als Zweitsprache verwenden. Ukrainisch ist nach dem Russischen und Polnischen die slawische Sprache mit der dritthöchsten Sprecherzahl. Ukrainisch wird mit einer Variante des kyrillischen Alphabets geschrieben. Mehr
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    (7) Anders als bisweilen in der Linguistik praktiziert, geniesst die gesprochene Sprache (Lautsprache) Priorität vor der geschriebenen Sprache (Schriftsprache). Argumentiert wird in der Regel
    1. Phylogenetisch-historisch (Homo sapiens hat erst gesprochen, dann geschrieben; jede einzelne Sprache ist erst gesprochen, dann geschrieben worden; die meisten Sprachen werden bis auf den heutigen Tag nicht geschrieben)
    2. Ontogenetisch (Mensch lernt zuerst sprechen, dann lesen und schreiben) sowie als Folge von 1)
    3. Systematisch (Alle Schriften, die zur Wiedergabe natürlicher Sprachen dienen, setzen in ihrer Systematik und Funktionalität die gesprochene Sprache voraus. Dagegen setzt keine gesprochene Sprache ein Schriftsystem voraus.)
    Bibliographie
    • Földes-Papp, Károly 1966, Vom Felsbild zum Alphabet. Die Geschichte der Schrift in ihren frühesten Vorstufen bis zur modernen lateinischen Schreibschrift. Stuttgart: Belser.
    • Friedrich, Johannes 1966, Geschichte der Schrift unter besonderer Berücksichtigung ihrer geistigen Entwicklung. Heidelberg: Winter.
    • Günther, Hartmut 1988, Schriftliche Sprache. Tübingen: M. Niemeyer.
    • Riese, Berthold (ed.) 1994, Schrift und Sprache. Heidelberg etc.: Spektrum (Verständliche Forschung).
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